.

Review 500 DAYS OF SUMMER


Regie: Marc Webb
Darsteller:
Joseph Gordon-Levitt, Zooey Deschanel
Buch: Michael H. Webber, Scott Neustadter
Verleih: 20th Century Fox

Tom schreibt romatische Grußkarten, doch sein Herz steckt in seinem Architekturstudium, welches er nebenbei zu bewältigen versucht. Als er die symphatische und quirlige Summer kennenlernt, ist es jedoch um ihn geschehen. Sein größtes Problem besteht darin, dass Summer nicht an die Liebe glaubt und trotz vollzogenem Sex und allen vorhandenen Zutaten einer Beziehung, nicht bereit ist diese als solch eine anzuerkennen.

This is a story of "boy meets girl" [Zitat]

Dieses Zitat stammt sowohl aus dem Film, als auch von der österreichischen Regielegende Billy Wilder. Der Film [→Trailer] erzählt [wie der Titel schon impliziert] 500 Tage, die Tom mit Summer verbringt und springt dabei chronologisch zwischen Krisen und schönen Augenblicken hin und her. Hier haben wir schon das erste Problem, denn durch diese [wahlose und sehr sprunghafte] Erzählweise verliert der Film relativ schnell die Aufmerksam des Publikums, da hilft auch der wunderschöne Soundtrack und die sehr gute Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern nicht. Zooey Deschanel [Per Anhalter durch die Galaxis] ist eine Augenweide und beweist wieder einmal dass sie eine sehr gute Akteuerin mit viel Charme und Esprit ist, aber auch der männliche Gegenpart kann vertreten durch Joseph Gordon-Levitt [Brick], der ein erschreckend authentisches Heath-Ledger-Lächeln aufsetzt, überzeugen. In einer Szene sieht sich das Pärchen THE GRADUATE - DIE REIFPRÜFUNG im Kino an. Vermutlich soll 500 DAYS SUMMER eine Hommage an den Film von Mike Nichols sein, allerdings ist er hierfür viel zu belanglos. THE GRADUATE hatte einen bissigen gesellschaftskritischen Hintergrund, erzählte nebenbei eine brilliante Coming of Age Story und war einfach ein tief unter die Haut gehendes und melancholisches Statement zum Lebensgehfühl der späten 60er, Anfang 70er. 500 DAYS hat schöne Momente, versinkt jedoch hauptsächlich in Plattitüden über das Hinterfragen von Liebe und Beziehungen - an sich nicht völlig mißlungen, lediglich zu inkonsequent und eindimensional erzählt. Es scheint als ob man sich völlig auf die "innovative" [?] Erzählweise verläßt [was sich der Story und dem Spannungsaufbau eher in den Weg stellt]. Die anderen Charaktere des Filmes werden leider stark vernachlässigt und bleiben farblos, lediglich Toms kleine Schwester und ihre Sichtweisen bzw. Ratschläge sorgen zumindest für eine kleine bunte Facette in dem sonst sehr blassen Film. Über die schrecklich misslungene Schlusspointe hüllen wir einmal den Mantels des Schweigens. Trotz kleinen Lichtblicken und tollen Darstellern sehr entäuschend!


Wertung: 5/10 Körben

Kommentare:

  1. Hach, hach. Bitte, Mama, Papa, sagt mir Bescheid, wenn ich auch einmal so enden sollte. Hauptsache kritisieren, auch wenn es im Endeffekt der "fehlende Tiefgang" sein muss.
    "(500) Days Of Summer" bietet wahrlich mehr als diese so dahin gespuckten Worte. So spornt meiner Meinung nach die sprunghafte und wohl bedachte (!) Erzählweise die "Aufmerksam" des Publikums an. Denn gerade diese unterstreicht doch den Wechsel von Liebelei und Zweifel der beiden Protagonisten.
    Und ja, bitte, ich weiß, alle haben eine andere Meinung. Allerdings fiel mir beim weiteren Lesen dieses Blogs ein ganz anderes Problem auf: Du scheinst Filme gar nicht auf dich wirken zu lassen. Wahrscheinlich sitzt du mit einem Notizblock vor dem Bildschirm und wartest auf den ersten, kleinsten Fehler. Wer beim Schauen von "(500) Days Of Summer" nicht ein einziges Mal so etwas wie "Glück" verspürt, ist für mich tot.
    Aber sonst so: Schickes Layout!

    AntwortenLöschen
  2. tut mir leid, das kann ich nun nicht so ganz nachvollziehen.
    keinesfalls sizte ich mit dem notizblock im kino [das würden mir meine sitznachbarn sicher übel nehmen] und das "problem" hätte ich gerne näher erläutert.
    wenn du dir meine anderen kritiken wirklich angeschaut hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich keinesfalls nur kritisiere, sondern auf eine gerechte und ausgewogene wertung achte.

    AntwortenLöschen
  3. @MoonBirdMonster: die kritik an dem finde ich berechtigt und deine meinung zum rest dieses blogs kann ich auch nicht nachvollziehen, ich geniesse jede neue review und halte sie KEINESFALLS für zu kritisch oder habe auch nicht den eindruck dass der autor die filme nicht wirklich auf dich wirken lässt, im gegenteil, die kritik zu away we go ist eine der besten die ich je gelesen habe!

    AntwortenLöschen
  4. Meine (durchaus gelungene) Metapher bezüglich des Notizblocks war eine zugespitze Aussage. Bitte nicht allzu ernst nehmen.
    Ja, ja, ja, ich sollte mich nicht von meinen sekundenlangen Wutanfällen leiten lassen, aber noch immer stehe ich zu meiner Meinung zu DIESER Kritik.
    Na ja, du versuchst schon zu vielen Filmen hier etwas Kritisches zu finden. Sei es nur, um den Anschein höchster Professionalität zu wahren.
    Aber ja, ich entschuldige mich für meine rüpelhaften Worte. Nach obigen Patzer konnte ich mir wohl nicht völlig unvoreingenommen die anderen Reviews zu Gemüte führen.
    Ich kann die Kritik zu "Away We Go" nicht beurteilen, diesen Film habe ich leider (noch) nicht gesehen. Allerdings scheinen mir die Begründungen, warum nun ausgerechnet dieser so bezaubernd ist, ein wenig komprimiert.
    Wie auch immer, ich finde es ja toll, dass es Menschen gibt, die hier im Internet über so etwas Schönes wie Filme ihre Gedanken preisgeben. In diesem Sinne: Weiter so!

    AntwortenLöschen