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Retro-Review MANIAC


Von zeit zu Zeit lasse ich es mir nicht nehmen sogenannte Filmklassiker auf Herz und Nieren zu überprüfen und zu beurteilen ob ihre Wirkung heute [2009] immer noch diesselbe ist wie zur Zeit des Erscheinens.
Dieses Mal habe ich den Genrefilm MANIAC [→Trailer] unter die Lupe genommen. MANIAC erzählt die Geschichte des geisteskranken Frank Zito, der in einer Wohnung angefüllt mit entstellten Schaufensterpuppen lebt und in der Nacht grausame Morde, bevorzugt an Frauen, begeht. Zunächst ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte: Regisseur William Lustig inszenierte sein Erstlingswerk quasi aus eigener Kasse mit vielen guten Freunden im Team, unter anderem auch Joe Spinell. Der damals noch recht unbekannte Tom Savigni zeichnete sich für die bahnbrechenden und äusserst verstörenden Effekte aus. Nach Erscheinen des Filmes distanzierte sich letzterer aber von dem Titel, da er das Egebnis einfach für zu "too disturbing" [O-Ton Savigni] hielt. Seinerzeit löste der Film eine große Kontroverse aus, einerseits zog er die Masse in die Kinosäle, löste einen Hype aus und verhalf William Lustig und Joe Spinell zu rasantem Ruhm, andererseits war er ein gefundenes Fressen für Kritiker und Moralapostel. Sogar Robert De Niro äusserte sich zu dem Film, allerdings sehr positiv um seinen guten Freund Spinell [spielte mit ihm in RAGING BULL, TAXI DRIVER und GODFATHER 2] zu unterstützen.
Meine Meinung zu dem Film: MANIAC macht es dem Zuschauer nicht leicht, immerhin wird der komplette Film aus Zitos Sicht erzählt, man befindet sich durch die Stimmen in seinem Kopf in der Geisteswelt eines verstörten, kranken Psychophaten und die grafischen Effekte im Film gehören zum explizitesten was bis dato jemals das Licht der Leinwand erblickt hat. Nichtsdestrotz hat der Film eine beachtliche Spannungskurve, alleine die Verfolgunsjagd in der U-Bahn bzw. U-Bahntoilette übertrifft genreverwandte Filme wie HAUTE TENSION um Längen und überhaupt greift MANIAC einiges vorraus was im modernen Kino der Gegenwart als besonders "innovativ" und "als nie dagewesen" angepriesen wird. Die Atmosphäre ist schlichtweg genial und spielt mindestens in derselben Liga wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder DAWN OF THE DEAD. MANIAC macht eigentlich weitere Filme dieser Art überflüssig, man denke an spätere pseudodokumetarische Werke wie MANN BEISST HUND, BEHIND THE MASK etc.]. Es handelt sich um keinen leichten Film, es ist auch kein stupider Funslasher - nein, diesmal würde die [zugegebenermaßen] abgedroschene Fomulierung "Eine Reise in den Abgrund des Bösen" tatsächlich einmal passen, aber lassen wir es lieber bleiben und lösen ein Ticket zu diesem Trip! Eine Wertung in Zahlen bleibt aus, weil man sich einfach selbst ein Urteil darüber bilden muss.

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