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Review DIE FRAU DES ZEITREISENDEN


Regie: Robert Schwendke
Darsteller: Eric Bana, Rachel McAddams
Buch: Bruce Joel Rubin
Verleih: Warner

Lange Zeit lies die Romanverfilmung THE TIME TRAVELLERS WIFE [→Trailer] auf sich warten, als dann bekannt wurde, dass der deutsche Export Robert Schwendtke Regie führen wird, stieg die Spannung auf diesen Film stetig an. Gestern konnte ich einen Blick auf das Ergebniss werfen, über die Handlung will ich an dieser Stelle nicht zu viele Worte verlieren, da diese auch von ihren [sehr wenigen!] Überaschungs-Momenten lebt und der Titel eigentlich schon alles sagt: es geht um die Frau eines Zeitreisenden und den daraus resultierenden Problemen. "I'm falling apart..." so lautet eine Textzeile des im Trailer gesungenen Liedes. Niemand hätte ahnen können dass dieses Lied aus der Perspektive des Drehbuchs gesungen wird, denn dieses fällt mehr als einmal in sich zusammen. Im Ernst, THE TIME TRAVELLERS WIFE krankt [leider] an einer viel zu episodisch konstruierten Handlung - einzelne Zeitsprungfragmente werden [scheinbar] wahllos und in ihrer Abfolge völlig unspannend aneinandergereiht, ohne dass auf die interessanten Aspekte des Themas "Zeitreisen" eingegangen wird. Anfangs wird zum Beispiel von Forschungen des Professors gesprochen, WAS für Forschungen und mit WELCHEN ERGEBNISSEN diese allerdings ausfielen wird mit keinem Wort erwähnt. Es scheint so als ob man dem mainstreamverwöhnten Publikum allzu komplizierte Fragen und daraus resultierende Antworten einfach vorenthalten möchte. Ein Film der sich mit Zeitreisen auseinandersetzt hätte so viele kreative Möglichkeiten in der Erzählweise gehabt, siehe Filme wie IL MARE [das kor. Original zu dem Schmachtfetzen DAS HAUS AM MEER] oder MEMENTO [Dort finden die Zeitreisen im Kopf des Protagisten statt]. Stattdessen offeriert uns der deutsche Regisseur Robert Schwendke [FLIGHTPLAN] einen völlig konventionellen und von Spannung bereinigten [Liebes-]film. Selbst das spannende Finale aus dem Buch wurde völlig aus der Geschichte getilgt und weicht einer völlig unmotivierten einminütigen [!] Szene. Ansonsten gibt es viele Logiklöcher in der Geschichte [Wieso ist kein Arzt zum Zeitpunkt seines Todes anwesend?] Die Schauspieler sind wirklich sehr gut gewählt, spielen ihren Part auch wirklich gut, besonders Rachel McAddams vermag solche Rollen wirklich auszufüllen. Leider können Bana und McAddams nicht gegen das krude Drehbuch anspielen und müssen sich teilweise mit banalen einzeiligen [und oft an der Grenze zur unfreiwilligen Komik] zusammenggeschriebenen Dialogen abgeben. Einem Schmunzler konnte ich mich allerdings nicht entziehen: Zu Beginn des Filme begegnet Eric Bana zum ersten Mal der jungen Rachel McAddams und vertröstet sie mit folgendem Satz "Keine Angst, ICH KOMME WIEDER"... Gab es da nicht schonmal einen Film in der das ein Zeitreisender gesagt hat?


Wertung: 4 von 10 verirrten Chrononauten

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