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Review DER SOLIST


Regie: Joe Wright
Darsteller: Jamie Foxx, Robert Downey Jr, Catherine Keener
Buch: Susannah Grant nach dem Buch von Steve Lopez
Studio: Universal

Der Reporter Steve Lopez von der L.A. Times trifft nach einem Unfall auf den schizophrenen Musiker Anthony Ayers. Anthony lebt auf der Straße und zieht den Kolumnisten mit seinem Geigenspiel sofort in seinen Bann. Wissend etwas besonderes in ihm gefunden zu haben, stellt Steve Nachforschungen über Anthony an und findet heraus, dass es sich um ein ehemaliges Wunderkind handelt. Mit viel Geduld und Einfühlsamkeit versucht der Kolumnist den in sich gekehrten Musiker wieder die richtige Perspektive zu geben und findet dabei sogar zu sich selbst.

"Ich habe gerade etwas Pech". "Pech? Schau mich erstmal an!" [Zitat]


Joe Wright hat mit ATONEMENT vor zwei Jahren ein erzählerisches Glanzstück abgeliefert und sehr hohe Erwartungen auf seinen nächsten Film aufgebaut. Gleich vorweg: Diese erfüllt er mit DER SOLIST [→Trailer] voll und ganz. Die zwei Charaktere werden sehr gut eingeführt und der Zuschauer kann sich mit beiden sofort identifizerien: Der Reporter auf der Suche nach seiner Geschichte und der gebrochene Mann der ebenfalls auf der Suche nach etwas ist. Oft bricht der Regisseur die Kluft zwischen Bild und Ton und schafft es dem Zuschauer die audiovisuelle Wahrnehmung Anthonys zu vermitteln, ohne dabei gekünstelt zu wirken. Die Kamera ist nebenbei bemerkt vorzüglich und kann durchaus mit dem ästhetischen Bilderbogen aus ATONEMENT konkurrieren. Zu den Schauspielern: Robert Downey Jr. [IRON MAN] vermittelt das perfekte Bild des unnachgiebigen Journalisten, während Jamie Foxx [RAY, COLLATERAL] als schizophrenes Genie zu überzeugen weiss. Das gekonnte Schauspiel der beiden Akteure würde reichen um den kompletten Film zu tragen, aber THE SOLOIST geht viel weiter, denn zahlreiche inszenatorische Finessen tragen zum Gelingen des Filmes bei. Während Anthony spielt, sehen wir atemberaubende Bilder der Stadt Los Angeles und erleben ein wunderbares Zusammenspiel zwischen Musik und Bildern, ein Erlebnis, welches man auf der großen Leinwand nicht verpassen sollte.

Beethoven ist hier in der Wohnung [Zitat]


Die Welt ist voller unentdeckter Genies und gescheiterten Existenzen, THE SOLOIST erzählt von der wahren Geschichte des Kolumnisten Steve Lopez, der durch Anthony zu sich selbst gefunden hat. Das Ende des Filmes ist einerseits ernüchternd, aber im genauen Detail auch wieder positiv zu verstehen. Ob es eine Heilung gibt, kann niemand sagen, aber eine Freundschaft ist entstanden und das ist oft das wertvollste was einer verlorenen Seele passieren kann und nicht nur Anthony war zu Begin des Filmes verloren. Sehr stark gespielt, ergreifend inszeniert, aber dennoch ohne falsche Rührselikeiten ist DER SOLIST ein kleines Meisterwerk, das auf einer großen Leinwand erlebt werden sollte!


9/10 unentdeckten Genies
Nach KÖNIG DER FISCHER und RAIN MAN eine weiterere filmische Perle, die Einblick in die Seele eines hoffnungslosen aber zugleich genialen Verstandes gewährt.

1 Kommentar:

  1. ich habe das buch von steve lopez gerade zu ende gelesen und freue mich schon sehr auf den film. was sie hier schreiben entspricht genau den vorstelungen, die ich bei der lektüre hatte, von daher stelle ich mich auf ein großes kinovergnügen ein.
    mfg
    thomas müller-zarkovski

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