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Review PANDORUM


Regie: Christian Alvart
Darsteller: Dennis Quaid, Ben Foster
Buch: Christian Alvart und Paul Anderson
Produktion: Paul Anderson und Jeremy Bolt

Zwei Menschen erwachen völlig orientierungslos auf einem Raumschiff und suchen nach dem Grund ihres Aufenthaltes auf dem Schiff. Recht schnell wird klar, dass die Amnesie ihr kleinstes Problem darstellt, denn der Captain und sein Offizier sind nicht alleine auf dem Schiff.

Im Weltall hört dich niemand schreien

Die Spannungskurve von PANDORUM [→Trailer] hebt sich sehr schnell, ohne große Einführung wird der Zuschauer direkt ins Geschehen geschmissen und mit den düsteren Bildern des augenscheinlich verlassenen Schiffes "Elysium" konfrontiert. Die Sets wirken dem themenverwandten Film EVENT HORZION entliehen und auch die darin hausierenden Wesen scheinen eine Kreuzung aus den garstigen Höhlenbewohner aus THE DESCENT und den Kannibalen aus DOOMSDAY zu sein. Die Handlung wirkt wie ein Sampler, bestehend aus Elementen der klassischen und modernen Sci-Fi- Horror- Crossover der Filmgeschichte [ALIEN, EVENT HORIZON, und 2010 stellen nur die Auswahl einer großen Liste dar]. Interressant, dass sich ausgerechnet EVENT HORIZON Regisseur Paul Anderson für die Produktion von PANDORUM verantwortlich zeichnet. EVENT HORIZON war einst eine gelungene Zitatensammlung aus HELLRAISER und ALIEN, schaffte es aber dennoch etwas völlig eigenes zu schaffen. Dies gelingt dem deutschen Regisseur Christian Alvart leider nicht ganz. Die vielen Ideen sind etwas zu offensichtlich zusammengeklaut und auch das Setting ist eher uninspiriert, dafür aber sehr düster und opulent. Mit Dennis Quaid und Ben Foster ist PANDORUM gut besetzt und wird unter anderem auch von deren starken Schauspielleistung getragen. Lobend hervorheben muss auch man den Schlusstwist, damit hätte man wirklich nicht gerechnet.

Der Weltram, unendliche Weiten... oder auch nicht!

Bei all den Kritikpunkten bezüglich der mangelnden Kreativität gibt es aber auch einiges was den Film über den Durchschnitt heben kann. Die Atmosphäre ist wirklich sehr beklemmend und kann teilweise mit der unerträglich klautrophobischen Enge aus THE DESCENT mithalten. Fast ungewöhnlich ist der sparsame Einsatz von Computereffekten, was dem Film aber sehr viel Flair verleiht und eine sehr handgemachte Note schafft.
In der zweiten Hälfte scheint der Regisseur etwas die Fäden zu verlieren und stiftet mit den beiden parallel laufenden und leicht überfrachteten Handlungsträngen etwas Verwirrung [Captain in der Steuerzentrale, Offizier im Schiff]. Einige Schnitte wirken etwas konfus, als hätte man den Film nachträglich etwas gestrafft, wodurch sicher einige Logiklöcher zu erklären sind.

Trotz einiger Abstriche ein sehr unterhaltsamer Trip ins All


Insgesamt läst sich PANDORUM als überdurchschnittlichen Sci-Fi-Horror beurteilen. Sehr viel Atmosphäre, hervorragende Technik und eine gelungene Spannungkurve zeichnen diesen Genrefilm aus und machen ihn besonders auf der großen Leinwand sehenswert.


6/10 evakuierten Planeten
Kein Film für schwache Nerven!

1 Kommentar:

  1. ein erstaunlich spannender film, mir haben die aliens nicht so gut gefallen, aber die atmosphäre war echt super!

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