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Retro Review ZARDOZ


Regie: John Bormann
Darsteller: Sean Connery, Charlotte Rampling
Buch: John Bormann
Verleih: Fox


Zardoz [→ abgefahrener Trailer] erzählt die Geschichte des Exterminators "Z" der auf der Erde des Jahres 2292 für die Auslese der "Brutalen" zuständig ist. Die Brutalen sind eine Klassifikation von Menschen die für die "Eternals" Rohstoffe anbauen und im Gegensatz dafür Waffen erhalten um ihre rapide Vermehrung zu verhindern.

"Der Penis ist schlecht, aus ihm schiesst der Samen, die Waffe ist gut, aus ihr schiesst der Tod" [Zitat]

Die reichen "Eternals" leben in einem von Ihnen organisierten Lebensraum der sich "Vortex" nennt und bestimmen dort mittels des falschen Gottes Zardoz über den Rest ihrer Rasse. Die Wissenschaftler der Eternals schufen vor vielen Jahren einen synthetischen Regulator der das Leben in ihrer Gesellschaft reguliert, regeniert und sie in ihrer eigenen Sterblichkeit bevormundet [und diese ausschaltet]. Altern wird nur als Strafe eingesetzt und Tote werden im Vortex wiederhergestellt. Inmitten dieser dekadenten und mittlerweile zur Asexualität Verkommenen Gesellschaft gibt der Exterminiator Z den Menschen das was sie sich sehnlich wünschen: Den Tod!

"Würdest du einen Gott töten?" [Zitat]

Was John Boormann hier vor üer 35 Jahren schuf nimmt vieles vorweg was heute wahr geworden ist, bzw. Zustände auf die sich die Gesellschaft immer mehr zu bewegt. Die Vision der Zweiklassengesellschaft von den "Brutals" und den "Eternals" setzt sich mit vielen Fragen auseinander welche man selbst in vielen moderneren dystopischen Werken [Brazil, Logans Run oder Blade Runner] nicht im vorfindet. Die Dialoge und die Optik des Filmes erzeugen in ihrem bewusst schrägen und abgefahrenen Look eine Art Sperrigkeit von welcher der Film stark profitiert. Mit diesem Stilmittel wird die Verweigerung der dargestellten [und angedeutete Paralellen zur realen] Gesellschaft deutlich.
Alleine schon der folgende Dialog zeigt den Abgrund [und die Gleichgültigkeit] auf den sich die Geselleschaft zubewegt:

"Seid ihr zu anderen Sternen gereist? Ja, aber es war eine Sackgasse, alles was wir vorfanden war Verwirrung" [Zitat]

Menschliche Ideale, Absichten und Träume, wie z.B. das Reisen zu anderen Planeten werden entmystifiziert und in ihrem Kein erstickt. Der Film war seinerzeit eine Low-Budget Produktion und spielte nicht einmal die eigenen Produktionskosten wieder ein - selbst heute merkt man, das sogar der Verleih selbst [20th century Fox!] nichts mit dem Film anzufangen weiss, man muss nur einen Blick auf das DVD Cover werfen, dann wird sofort klar, dass die Person welche für den Entwurf verantwortlich war, nicht verstanden hat worum es in diesem Werk geht. Zardoz ist ein Film von dem man nicht so recht weiss was einem erwartet und von dem man schlussendlich einfach weggefegt wird. Ein sehr mutiger und fortschrittlicher Science Fictionfilm, der einen Platz auf dem Thron neben Perlen wie "Blade Runner" oder "Logans run" verdient hat.


Wertung 10/10
Ein klarer Fall für den Thronsaal - nein eigentlich ein Film der über dem Wachturm schweben sollte....

Review DIE FRAU DES ZEITREISENDEN


Regie: Robert Schwendke
Darsteller: Eric Bana, Rachel McAddams
Buch: Bruce Joel Rubin
Verleih: Warner

Lange Zeit lies die Romanverfilmung THE TIME TRAVELLERS WIFE [→Trailer] auf sich warten, als dann bekannt wurde, dass der deutsche Export Robert Schwendtke Regie führen wird, stieg die Spannung auf diesen Film stetig an. Gestern konnte ich einen Blick auf das Ergebniss werfen, über die Handlung will ich an dieser Stelle nicht zu viele Worte verlieren, da diese auch von ihren [sehr wenigen!] Überaschungs-Momenten lebt und der Titel eigentlich schon alles sagt: es geht um die Frau eines Zeitreisenden und den daraus resultierenden Problemen. "I'm falling apart..." so lautet eine Textzeile des im Trailer gesungenen Liedes. Niemand hätte ahnen können dass dieses Lied aus der Perspektive des Drehbuchs gesungen wird, denn dieses fällt mehr als einmal in sich zusammen. Im Ernst, THE TIME TRAVELLERS WIFE krankt [leider] an einer viel zu episodisch konstruierten Handlung - einzelne Zeitsprungfragmente werden [scheinbar] wahllos und in ihrer Abfolge völlig unspannend aneinandergereiht, ohne dass auf die interessanten Aspekte des Themas "Zeitreisen" eingegangen wird. Anfangs wird zum Beispiel von Forschungen des Professors gesprochen, WAS für Forschungen und mit WELCHEN ERGEBNISSEN diese allerdings ausfielen wird mit keinem Wort erwähnt. Es scheint so als ob man dem mainstreamverwöhnten Publikum allzu komplizierte Fragen und daraus resultierende Antworten einfach vorenthalten möchte. Ein Film der sich mit Zeitreisen auseinandersetzt hätte so viele kreative Möglichkeiten in der Erzählweise gehabt, siehe Filme wie IL MARE [das kor. Original zu dem Schmachtfetzen DAS HAUS AM MEER] oder MEMENTO [Dort finden die Zeitreisen im Kopf des Protagisten statt]. Stattdessen offeriert uns der deutsche Regisseur Robert Schwendke [FLIGHTPLAN] einen völlig konventionellen und von Spannung bereinigten [Liebes-]film. Selbst das spannende Finale aus dem Buch wurde völlig aus der Geschichte getilgt und weicht einer völlig unmotivierten einminütigen [!] Szene. Ansonsten gibt es viele Logiklöcher in der Geschichte [Wieso ist kein Arzt zum Zeitpunkt seines Todes anwesend?] Die Schauspieler sind wirklich sehr gut gewählt, spielen ihren Part auch wirklich gut, besonders Rachel McAddams vermag solche Rollen wirklich auszufüllen. Leider können Bana und McAddams nicht gegen das krude Drehbuch anspielen und müssen sich teilweise mit banalen einzeiligen [und oft an der Grenze zur unfreiwilligen Komik] zusammenggeschriebenen Dialogen abgeben. Einem Schmunzler konnte ich mich allerdings nicht entziehen: Zu Beginn des Filme begegnet Eric Bana zum ersten Mal der jungen Rachel McAddams und vertröstet sie mit folgendem Satz "Keine Angst, ICH KOMME WIEDER"... Gab es da nicht schonmal einen Film in der das ein Zeitreisender gesagt hat?


Wertung: 4 von 10 verirrten Chrononauten

Review SHOPPINGCENTER KING


Regie: Jody Hill
Darsteller: Seth Rogen, Ray Liotta
Buch: Jody Hill
Verleih: Sony

Zum baldigend DVD-Start von OBSERVE AND REPORT [→Trailer] werden hier noch ein paar Worte über den Film verloren. Seth Rogen spielt in diesem Machwerk einen völlig von sich überzeugten und penetrant unsymphatsischen Kaufhauswächter und muss sich mit so ziemlich jedem Storyklischee herumschlagen welches man in einem Film dieses Genres auch nur erahnen könnte. Die Macher des Filmes liessen sich ganz klar vom Kino der 70er und 80er inspirieren. So tauchen oft versatzstücke aus den Werken Martin Scorseses auf, bleiben jedoch völlig unreflektiert. Humor wird in diesem Rohkrepierer nur durch primitive Verhaltensweisen der Protagonisten versucht zu erzeugen. [Beispiel: Das Alkoholproblem der Mutter wird zum reinen Gag stilisiert]
Trotz aller Zynik und Kontroverse in der Charkterzeichnung kann man “Shopping Center King” als total misslungen bezeichnen. Ein höchst primitiver Versuch eine Art Taxidriver für die junge Generation mit einer beschränkten Auffassungsgabe zu schaffen. Ihn mit dem genialen “King of Comedy” auch nur annähernd in verbindung zu bringen wäre reine Blasphemie. Wer dachte dass es nach dem belanglosen, maintramverseuchten "Kaufhauscop" nicht schlechter geht wird hier eindeutig eines Besseren belehrt.


Wertung 1/10
Ab in die Folterkammer damit!

Zum Creature-Design von James Camerons AVATAR


Concept Artist Jordu Schell [→ www.schellstudio.com] [verantwortlich für Kreaturen aus Galaxy Quest, Dawn of the Dead, Hellboy, and The Mist] hat einige Geheimnisse der Na'Vi Kreaturen aus James Camerons Megaprojekt AVATAR verraten. Zwar hat er das Projekt 2007 verlassen, da er die Modelle lediglich "analog" in Skulpturenform angefertig hat und seine Arbeit sozusagen in die Hände 3D-Spezialisten gab, dennoch konnte er schon einiges über das Projekt verraten.
Dee Na'Vi sind Kreaturen die eine Symbiose mit dem menschlichen Geist eingehen können. Das Besondere beim Creaturedesign war unter Anderem die sexuelle Komponente, wie Schell sagt, die weibliche Na'vi sollte auch auf das menschliche Publikum anziehend wirken, dabei aber trotzdem nicht zu menschlich scheinen. Meiner Meinung nach ist das ein unglaublich schweres Unterfangen - Man stelle sich einmal vor die Aliens in DISTRICT 9 hätten diesem Anspruch genügen sollen. Ehrlich gesagt bezweifle ich ob dies im endgültigen Film funktionieren wird, aber trotzdem muss man den Entwicklern einen gewissen Respekt zusprechen sich in diesem Anliegen zu bemühen. Da der ganze Film in einem 3D-Programm gerendert wurde, wird es höchstwahrscheinlich keinen so großen [technischen] Kontrast zwischen Aliens und Menschen geben, wie etwa in der neuen Star Wars Trilogie, wo reales und generiertes Filmmaterieal doch noch sehr stark zu unterscheiden sind [ein Effekt der sich später auf BluRay sicher noch verstärken wird, siehe KING KONG]. Man darf James Cameron vertrauen, bisher ist noch keines seiner Projekte schiefgegangen und bei den vielen enttäuschten Seufzern nach dem ersten Trailer von AVATAR muss man sich auch ins Gedächtnis rufen, wie große Ansprüche man an diesen [immerhin schon vor 2 Jahren als größten Sci-Fi Film bis dato angepriesenen] Film gehegt hat. DISTRICT 9 kam zum Vergleich aus dem Nichts und hat Alle umgehauen - wäre er allerdings schon früher angekündigt worden, hätten die Fans schon viel zu viel über den Look des [noch nicht existenten] Filmes fantasieren können und auch hier hätte sich Enttäuschung breit gemacht. Marketingtechnisch darf man nur immer wieder die Empfehlung aussprechen: "Less is More" [Mr. Cameron!] Hier nochmal der [zumindest sounddesign-technisch überwältigende] [→Trailer]