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Review THIRST


Regie: Park Chan-Wook
Darsteller: Song Kang-ho, Kim Ok-bin
Buch: Park Chan-Wook
Studio: Focus Features

Der katholische Priester Sang-Hyun [Song Kang-ho aus THE HOST und THE GOOG THE BAD THE WEIRD] nimmt freiwillig an einem riskanten Experiment Teil um einen Impfstoff gegen eine tödliche Krankheit zu entwickeln. Bei einer Bluttransfusion erhält er Blut dessen Herkunft unbekannt ist. Diese rote Flüssigkeit ist jedoch nicht nur lebensspendend, sondern verwandelt ihn in einen Vampir. Als Untoter fühlt er sich plötzlich einsam und alleine, hat aber dennoch Skrupel, seine Geliebte [!] zur Blutsaugerin zu machen. Nun steht der rechtschaffende Priester vor einem moralischen Abgrund: Wie kann er überleben ohne einer einzigen Seele Schaden zuzufügen.

Siegt die Moral oder versinkt die Welt im Chaos?

Regisseur Park Chan-Wook [JOINT SECURITY AREA] hat mit seinem neuesten Film THIRST [→Trailer] dem Genre des Vampirfilms einige interessante Aspekte abgewonnen. Ein gläubiger Mensch wird mit der unmoralischen [Über-] Lebensweise eines Vampirs konfrontiert, findet dabei aber den Weg zwischen philosophischer Hinterfragung der Handlungsweise seiner Protagonisten und einem [genre-imanenten] gesunden Maß an krankem Nihilismus. Visuell überzeugt er dabei auf ganzer Linie und schafft eine sehr dichte Atmosphäre mit starken und symbolträchtigen Bildern. Für einen koreanischen Film enthält Park Chan-Wooks neuester Film äusserst viele Sex- und Nacktszenen, was in seinem Heimatland sicher mit einer großen Kontroverse aufgenommen wurde. Das Ende von BAKJIWI [Originaltitel] könnte vermutlich in die Filmgeschichte eingehen, denn der Film verabschiedet sich geradezu poetisch von seinen Figuren und lässt die Geschichte sehr nachdenklich ausklingen.

Ein Film auf dem große Erwartungen lasten!

Regisseur Park Chan-Wook schuf mit OLDBOY oder SYMPATHY FOR MR.VENGEANCE soganannte INSTANT CLASSICS [O-Ton der US-Presse], diesen Anspruch erfüllt er auch in seiner ersten US-Koreanischen Ko-Produktion und setzt sogar noch Einen drauf. Zwischen provokanten Seitenhieben auf die koreanische Gesellschaft und blankem Horror, schafft es THIRST sein Publikum von der ersten Sekunde an in den Bann zu ziehen. Auch auf der technischen Ebene ist Chan-Wooks Werk absolut brilliant, Bild und Ton werden durch den hervorragenden Schnitt zu einem einmaligen Kunstwerk verwoben und fusionieren zum Hochgenuss für alle Sinne.

Korea und Schweden übertrumpfen Hollywood!

THIRST wirkt wie der ernstzunehmende Vater der blassen und viel zu keuschen Vampirsoap TWILIGHT, wird aber dennoch nie dessen große Aufmerksamkeit erfahren können. Neben LET THE RIGHT ONE IN einer der besten Vampirfilme des modernen Kinos.


9/10 garstigen Blutsaugern am Fenster
Ein wunderschöner aber auch sehr kranker Albtraum, der seine Zuschauer nicht mehr los lässt.

Nachtrag [BD/DVD Erscheinung]
In Korea erscheint der Film im Januar auf einer leider nicht ländercodefreien Bluray. In den USA hat sich FOCUS FEATURES die Rechte an dem Film gesichert, wird ihn aber leider nur auf einer klassischen DVD herausbringen. So bleibt nur die Hoffnung, dass der Film über die UK auf BluRay zu beziehen ist oder sich ein deutscher Verleih erbarmt diesem großartigen Film durch die Abtastung auf ein hochauflösendendes Format zu huldigen.

Sonderausgabe: VIDEO NASTIES


Sie ist nahezu in Vergessenheit geraten: Die Ära der VIDEO NASTIES. Diese kleine Sonderausgabe beschäftigt sich mit dem Kuriosum der Zensur in Großbritannien um 1980 und reflektiert über den Zusammenhang mit den heutigen Umständen der [nicht vorhandenen?] Zensur. Hier gehts zum [→Artikel]
Viel Spass beim Lesen!

Trailer zu CLASH OF THE TITANS


Nun tauchte der erste Trailer zum Blockbuster-Epos CLASH OF THE TITANS in Netz auf. Es handelt sich um eine Remake des gleichnamigen Films von Ray Harryhausen. Sam Worthington [TERMINATOR 4] spielt den griechischen Helden Perseus und HULK Regisseur Louis Leterrier zeichnet sich für das Geschehen hinter der Kamera verantwortlich. Der Rest der Besetzung klingt ebenfalls recht vielversprechend, denn Liam Neeson und Ralph Fiennes schlagen sich auch noch durch den Krieg zwischen den Göttern und Titanen. Hier ein kleiner Eindruck aus dem kultigen Original:


Erste Prognose: Wenn 300 auf HERR DER RINGE trifft ist ein Effektgewitter vorprogrammiert! Sollte man sich nun auch noch im richtigen Maße auf den B-Charme des Originals zurückbesinnen, könnten uns zwei sehr unterhaltsame Stunden im Kino erwarten. Viel Spass bei dem opulenten [→Trailer] zu CLASH OF THE TITANS.

Kein Oldboy Remake!


Schon seit einiger Zeit kursieren die wildesten Gerüchte über die geplante Hollywood-Neuaflage des koreanischen Blockbusters OLDBOY. Als das ganze dann offiziell wurde hat sich Steven Spielberg als Regisseur und Will Smith als Hauptdarsteller gefunden. An sich nicht die schlechteste Kombination, aber mal ehrlich: Muss das wirklich sein? Heute wurde bekannt gegeben, dass sich das koreanische Studio Mandate und das US-Studio Dreamworks nach einem längeren Disput über die Rechte, nicht einig werden konnten und Dreamworks das Interesse an dem Projekt verloren hat.
Das ist ja nochmal gut gegangen! Hier der [→Trailer] zum vorzüglichen Original von Park Chan-Wook, der gerade mit THIRST ein weiteres Meisterwerk abgeliefert hat [Review folgt bald!].

Review PANDORUM


Regie: Christian Alvart
Darsteller: Dennis Quaid, Ben Foster
Buch: Christian Alvart und Paul Anderson
Produktion: Paul Anderson und Jeremy Bolt

Zwei Menschen erwachen völlig orientierungslos auf einem Raumschiff und suchen nach dem Grund ihres Aufenthaltes auf dem Schiff. Recht schnell wird klar, dass die Amnesie ihr kleinstes Problem darstellt, denn der Captain und sein Offizier sind nicht alleine auf dem Schiff.

Im Weltall hört dich niemand schreien

Die Spannungskurve von PANDORUM [→Trailer] hebt sich sehr schnell, ohne große Einführung wird der Zuschauer direkt ins Geschehen geschmissen und mit den düsteren Bildern des augenscheinlich verlassenen Schiffes "Elysium" konfrontiert. Die Sets wirken dem themenverwandten Film EVENT HORZION entliehen und auch die darin hausierenden Wesen scheinen eine Kreuzung aus den garstigen Höhlenbewohner aus THE DESCENT und den Kannibalen aus DOOMSDAY zu sein. Die Handlung wirkt wie ein Sampler, bestehend aus Elementen der klassischen und modernen Sci-Fi- Horror- Crossover der Filmgeschichte [ALIEN, EVENT HORIZON, und 2010 stellen nur die Auswahl einer großen Liste dar]. Interressant, dass sich ausgerechnet EVENT HORIZON Regisseur Paul Anderson für die Produktion von PANDORUM verantwortlich zeichnet. EVENT HORIZON war einst eine gelungene Zitatensammlung aus HELLRAISER und ALIEN, schaffte es aber dennoch etwas völlig eigenes zu schaffen. Dies gelingt dem deutschen Regisseur Christian Alvart leider nicht ganz. Die vielen Ideen sind etwas zu offensichtlich zusammengeklaut und auch das Setting ist eher uninspiriert, dafür aber sehr düster und opulent. Mit Dennis Quaid und Ben Foster ist PANDORUM gut besetzt und wird unter anderem auch von deren starken Schauspielleistung getragen. Lobend hervorheben muss auch man den Schlusstwist, damit hätte man wirklich nicht gerechnet.

Der Weltram, unendliche Weiten... oder auch nicht!

Bei all den Kritikpunkten bezüglich der mangelnden Kreativität gibt es aber auch einiges was den Film über den Durchschnitt heben kann. Die Atmosphäre ist wirklich sehr beklemmend und kann teilweise mit der unerträglich klautrophobischen Enge aus THE DESCENT mithalten. Fast ungewöhnlich ist der sparsame Einsatz von Computereffekten, was dem Film aber sehr viel Flair verleiht und eine sehr handgemachte Note schafft.
In der zweiten Hälfte scheint der Regisseur etwas die Fäden zu verlieren und stiftet mit den beiden parallel laufenden und leicht überfrachteten Handlungsträngen etwas Verwirrung [Captain in der Steuerzentrale, Offizier im Schiff]. Einige Schnitte wirken etwas konfus, als hätte man den Film nachträglich etwas gestrafft, wodurch sicher einige Logiklöcher zu erklären sind.

Trotz einiger Abstriche ein sehr unterhaltsamer Trip ins All


Insgesamt läst sich PANDORUM als überdurchschnittlichen Sci-Fi-Horror beurteilen. Sehr viel Atmosphäre, hervorragende Technik und eine gelungene Spannungkurve zeichnen diesen Genrefilm aus und machen ihn besonders auf der großen Leinwand sehenswert.


6/10 evakuierten Planeten
Kein Film für schwache Nerven!

Review: FLASH OF GENIUS


Regie: Marc Abraham
Darsteller: Greg Kinnear, Lauren Graham, Jake Abel
Drehbuch: Philip Railsback
Basierend auf einem Artikel von: John Seabrook

David gegen Goliath. Ein einzelner Mann kämpft gegen einen großen Konzern, eine Geschichte die auf einem realen Fall basiert - nicht ganz unähnlich zu Michael Manns INSIDER. Russell Crowe klagte gegen die Tabakindurstrie, hier ist es Greg Kinnear der gegen den großen Automobilhersteller FORD vorgeht. Ein Fall der auf dem Papier wirklich nicht so spannend klingt wie er in diesem Film umgesetzt wurde. Der Erfinder des "Wimpernschlag"- Scheibenwischers verklagt Ford auf Urherberechtsverletzung [bzw. Patentrechtsverletzung] und lässt sich dabei nicht unterkriegen.

Das Leben schreibt die besten Geschichten

Greg Kinnear ist spätestens seit Paul Schraders großartigen AUTOFOCUS bekannt für kleine Filme mit großer Liebe zur Qualität. So verhält es sich auch mit FLASH OF GENIUS [→Trailer]. Ein hervorragend gespielter und mit vielen schönen Details angereicherter Film der sein Publikum bewegt und das authentische Bild eines niemals aufgebenden Menschen vermittelt.


8/10 quietschenden Scheibenwischern
Großes Kino mit einem hervorragendem Hauptdarsteller.