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Review: MOTHER

Regie: Bong Joon-Ho
Darsteller: Kim Hye Ja, Won Bin, Jin Gu
Studio: CJ Entertainment

Ein leicht zurückgebliebener Mann wird in der südkorenischen Provinz des Mordes an einem jungen Mädchen beschuldigt. Zunächst scheint es als ob die Polizei lediglich einen Sündenbock sucht und den Fall möglichst schnell abschliessen will. Die Mutter des jungen Mannes glaubt an die Unschuld ihres Sohnes und versucht selbst den Tathergang zu rekapitulieren und den Mörder des Schulmädchens zu finden.

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam.


Nach den beiden Publikums- und Kritikererfolgen MEMORIES OF MURDER und THE HOST bringt Bong Joon-Ho mit MOTHER [→Trailer] einen weiteren ambitionierten Kinohit auf die Leinwand, dabei greift er Themen auf, die aus seinen früheren Filmen bekannt sein dürften. Einerseits wird auf die Unfähigkeit des staatlichen Justizapparates eingegangen, andererseits beschreibt er einen Ausnahmezustand in einer kleinen Familie und zeigt, wie weit eine Mutter die für ihr Kind kämpfen will, gehen kann. MOTHER ist im Prinzip eine sehr traurige Weiterführung von MEMOIRES OF MURDER, wieder ist es die Faulheit und die Ignoranz von Beamten, die für eine sehr oberflächliche Ermittlung verantortlich sind. Eine Geschichte zwischen spannendem Krimi und stillem Familiendrama, unheimlich intensiv erzählt und voller inszenatorischen Höhepunkten [z.B. die Flucht aus dem Schrank oder die Geniale Aufklärung am Ende]

Große internationale Ambitionen


Die Hauptdarstellerin Kim gewann für ihre glaubwürdige Darstellung der Mutter, den Preis der Korean Film Critis Association, ausserdem tritt MOTHER im Kampf um die Oscars für Korea in den Wettbewerb [Kategorie: best foreign movie] MOTHER ist großartig inszeniert, sehr gut gespielt und erzählt eine mitreissende Geschichte, die bis ins kleinste Detail berührt. Wir in Deutschland bekommen den Film leider erst im Oktober 2010 zu sehen, gerade deswegen lohnt sich ein Import der kürzlich erschienen DVD aus Korea.


9/10 übersehenen Beweisen
Ein faszinierender Thriller, dessen Charaktere sehr viele Tiefe haben.