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WHATEVER WORKS


Regie: Woody Allen
Darsteler: Larry David, Evan Rachel Wood
Buch: Woody Allen
Studio: Sony Classics

Ein höchstgradig verbittertes Genie der Quantenphysik lebt alleine in New York und hat der Welt nicht viel mitzuteilen ausser dem Gemecker über New Yorker, Nicht-New Yorker und eigentlich allen Menschen auf der Welt. Eines Tages tritt ein junges Mädchen in sein Leben, dessen Gegenwart er zunächst ablehnt, nach einigen nervenaufreibenden Dialogen aber doch soweit in sein Herz schliesst, dass selbige Dame schon bald einen Ehering an ihrem Finger vorfindet. Als die Mutter aus den Südstaaten vor der Tür steht und mit dem 40 Jahre älteren Ehemann ihrer kleinen behüteten Tocher so gar nicht klar kommt, ist das Chaos natürlich vorprogrammiert.

Ihm wurde der Tod durch Kulturschock prophezeit [Zitat]

Woody Allen ist wieder zurück in New York, zwar nur hinter der Kamera, aber es scheint als ob ihm die bissige englische Art seiner vorigen in den UK gedrehten Filme [Matchpoint, Scoop und Cassandras Traum] stark beinflusst haben. WHATEVER WORKS [→Trailer] ist eine noch bissigere Version des STADTNEUROTIKERS und glänzt mit einem brilliant verschrobenen Larry David in der Hauptrolle. Die Chemie zwischen Melody [Evan Rachel Wood], dem kleinen Dummchen aus den Südstaaten und dem Mißantrophen par excellence ist so umwerfend komisch, dass die 90 Minuten Laufzeit einer gefühlten Viertelstunde entsprechen. Allen macht sich über die bigotten Südstaatler ebenso lustig wie über die extrovertierten New Yorker, wodurch man ihm zumindest keine Einseitigkeit vorwerfen kann. Die Dialoge zünden, die Story ist großartig und obwohl der Film einen sehr kühlen und realistischen Blick auf die Liebe wirft, gehört er dennoch zum romantischsten was Allen in seiner ganzen Laufbahn geschaffen hat.
Nichts hält ewig, aber hauptsache es funktioniert, WHATEVER WORKS.


9/10 Mißlungenen Suiziden
Umwerfend komisch, tiefsinnig und teilweise unfassbar böse.

Review: 2012


Regie: Roland Emmerich
Darsteller: John Cusack, Amanda Peet, Thandy Newton
Buch: Harald Kloser
Studio: Sony Pictures

Nachdem ein indischer Wissenschaftler entdeckt, dass sich die Erdkruste rasant erhitzt und die Erde somit dem Untergang geweiht ist, werden von staatlicher Seite alle Hebel in Betrieb gesetzt um zu retten, was noch zu retten ist. Im Jahr 2012 ist es soweit, die Erdkruste löst sich von ihrem Kern und die Welt versinkt im Chaos. Inmitten dieser Apokalypse befindet sich der Schriftsteller Jackson Curtis [John Cusack] der seine Familie in Sicherheit bringen will.

Nichts neues im Westen

Der Export-Schwabe Roland Emmerich liefert mit 2012 [→Trailer] einen kalkulierten, finanziell völlig risikofreien Katrastrophenfilm, der in der ersten Hälfte durchaus zu gefallen weiss. Der Plot wird dem Zuschauer sehr spannend offeriert und die kleinen konspirativen Anspielungen von der Regierungsseite lassen auf einen gelungenen Film hoffen. Bereits nach einer halben Stunde beginnt dann Emmerich sein Feuerwerk zu zünden und man muss wirklich zugeben, dass einem die gezeigten Bilder den Atem rauben. In den Spezialeffekten steckt sehr viel Detailarbeit und sie wirken nicht leblos, da immer noch kleine persönliche Schicksale in besagten Szenen integriert sind.

John Cusack saves the day

Im Prinzip ist es aber Cusack zu verdanken, dass die erste Hälfte von 2012 so gut funktioniert, seine Symphatie trägt den Film über den routinierten Prolog. Woody Harrelson, Danny Glover und Oliver Platt sind nur einige von vielen bekannten Stars die eine kleine Rolle in 2012 besetzen, aber man fragt sich, wieso sich der sonst so großartige Zlatko Buric [Pusher] herablassen muss und solch ein klischeebeladenes Bild eines russischen Millionärs abgeben muss. Genau da sind wir nämlich beim Problem des Filmes angelangt. In der zweiten Hälfte verpufft das Interesse des Zuschauers völlig, die einzelnen Schicksale werden gänzlich aus dem Fokus verloren und es häufen sich viele Stereotypen über eine Regierung die über Leichen geht. Voller Klischees und durch lieblos aneinandergreihte "Wir-spielen-Titanic-Untergangsszenen" versinkt auch der Film im Einheitsbrei und schippert einem maßlos enttschäuschenden und an das US-Publklikum angepassten Konfektions-Happy-End zu.


4/10 verpufften Gasblaßen
Das einzige was in 2012 untergeht ist leider die Story

GESETZ DER RACHE


Regie: F. Gary Gray
Darsteller: Gerald Butler, Jamie Foxx
Buch: Kurt Wimmer

Hilflos muss ein Mann [Gerald Butler] zusehen, wie Einbrecher seine Frau vergewaltigen und diese dann zusammen mit ihrer Tocher auf grausame Art und Weise töten. Aufgrund mangelnder Beweise erhalten die Täter mildernde Umstände und werden nicht für ihre Taten bestraft. Von der abstrusen Rechtsprechung völlig entäuscht, nimmt der Vater das Recht selbst in die Hand und fügt jeder Figur in dieser Geschichte die gerechte [?] Bestrafung zu.

Ein Vater sieht Rot

Nein, es handelt sich nicht um einen Film mit Charles Bronson, auch wenn sich die Story verdächtig danach anhört. Regisseur F.Gary Gray [Verhandlungssache, Extreme Rage] hat einen Art Sampler von dem erstellt, was im Kino gerade gut ankommt: einen schonungslosen Rachefilm mit Foltersequenzen und grausamen Morden als Beilage. Leider geht er dabei sehr wirr vor: Einerseits wird der Vater als Identifikationsfigur eingeführt, was sich aber nachdem er seine Opfer mit Sägen und Zangen bearbeitet schnell wieder zerschlägt.

Eine sehr fragwürdige Moral

Drebuchautor Kurt Wimmer [Ultraviolet] kann unmöglich ernst meinen, was er dem Publikum da verzapft. Die sinnfreie und unlogische Handlungsweise des Vaters und die völlig unangebrachten Foltersequenzen machen LAW ABBIDING CITIZEN [→Trailer] zu einem der schwachsinnigsten und moralisch fragwürdigsten Filme seit THE PUNISHER mit Dolph Lundgren. Butler und Foxx spielen ihren Part jeweils überzeugend, können aber auch nicht verhindern, dass der Film besonders zum Ende hin zu einer unausgegorenen Mischung aus Moral- und Rachefilm wird. GESETZ DER RACHE ist unerträglich reaktionärer Schwachsinnn den man tunlichst meiden sollte.


2/10 enttäuschten Charles Bronsons
Lachhafter Rachefilm, der sich nach einem Publikum sehnt, dass nach jedem Mord gröhlen und klatschen sollte.