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THE ROAD


Regie: John Hillcoat
Dersteller: Viggo Mortensen, Robert Duvall, Guy Pearce
Buch: Joe Penhall

Pflanzen und Tiere sind schon lange tot, die Menschheit ist es im Prinzip auch, ledliglich einige verlorenen Seelen ziehen noch durch die Wüsten, welche ehemals Teil eines schönen Planeten waren. John Hillcoat [THE PROPOSITION] inszeniert mit seinem zweiten Film, THE ROAD [→Trailer] eine Romanadaption von Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy [NO COUNTRY FOR OLD MEN] und zeichnet dabei die Vater-Sohn Geschichte aus dem Roman in kleinen Episoden nach. Die beiden begegnen dabei einigen anderen Überlebenden der Apokalypse und wandern ihrem sicheren Ende entgegen.

Eine Geschichte von kalten, in farblosem braun versinkende Stätderuinen.

Die für den Zuschauer sehr schmerzhafte Feststellung, dass Würde und Menschlichkeit in solch einer Welt keinen Platz mehr haben, verengen THE ROAD zu einem der beklemmendsten Endzeitfilme der Kinogeschichte. Im Stile von Michael Hanekes WOLFZEIT wird eine Welt in einer nahen Zukunft gezeigt, in der Menschen wie wilde Tiere um ihre Existenz kämpfen. Der dabei zu verzeichnende gesellschaftliche Niedergang lässt an Genrebeiträge wie DAWN OF THE DEAD erinnern, ohne jedoch in den Horrorbereich abzugleiten. Hillcoats Film ist unglaublich niederschmetternd und zutiefst trauig, dabei lässt er genügend Platz für die eigenen Gedanken, ohne McCarthys Vorlage bis auf das Letzte auszuschlachten, so bleibt es der Vorstellung des Zuschauers überlassen, was in einem Kind vorgeht, welches noch nie ein lebendiges Tier oder eine grüne Pflanze gesehen hat.

Quälenden Erinnerungen an eine bessere Welt.

Drehbuchautor Joe Penhalls [LAST KING OF SCOTLAND] Drehbuchversion von THE ROAD ist angenehm kompakt und konzentriert sich fast ausschliesslich auf die psychologische Komponente der beiden Protagonisten. THE ROAD ist kein effektüberladenes Endzeitspektakel, sondern vielmehr ein ruhiges, erschreckend authentisch gezeichnetes postapokalytisches Drama zwischen Vater und Sohn, die sich durch eine sterbende, bzw. bereits tote Welt schlagen. Viggo Mortensens vergeblicher Kampf, seinen Sohn an einen besseren Ort zu bringen und die parallel erzählte Vorgeschichte die den Verbleib der Mutter des Jungen aufklären, machen THE ROAD zu einem ungewohnt ruhigen, subtilen aber auch gelungenen Film. Fern von Endzeitaction a la MAD MAX oder dem kommenden BOOK OF ELI wird THE ROAD wahrscheinlich großer Publikumserfolg verwehrt bleiben, dennoch, oder gerade deswegen: Sehr Sehenswert!


9/10 aufgegebenen Tugenden

Ein Highlight 2010: Dieser einzigartige Film wurde in die Jahresliste der gelungensten Filme 2010 aufgenommen!

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