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THE BLIND SIDE

Regie: John Lee Hancock
Darsteller: Sandra Bullock
Buch: John Lee Hancock

Es gibt Filme, für die man sich schämt, normalerweise handelt es sich hierbei um nervende Teeniekomödien, oder peinliche Frühwerke Adam Sandlers, aber dass ausgerechnet ein oscarprämiertes [Mach]werk unter diese Kategorie fällt, überrascht in diesem Falle sehr. Es handelt sich um den Film THE BLIND SIDE [→ Trailer], in dem die rühreselige Geschichte des schwarzen Jungen Michael Oher [Quinton Aaron] erzählt wird, der in einer Republikanerfamilie [!] aufgenommen wird. Der Film klammert die Vorgeschichte des schwarzen Junge völlig aus, soziale Probleme existieren nicht, jeder Weiße ist sofort [!] bereit ihm zu helfen und die Gesellschaft verkommt völlig unkritisch zu einer Ansammlung von Gutmenschen. In THE BLIND SIDE existieren keine Konflikte, der Film suhlt sich geradezu in Wohltäterklischees und ist in seiner Substanz einfach völlig unreflektiert und misslungen. Es scheint so, als ob man diesen Film gemacht hat um eine gewisse Bevölkerungschicht davon zu überzeugen, dass keine Rassenkonflikte mehr existieren. Abgesehen von diesen politischen Absurditäten bewegt sich der Film auf dem geistigen und unterhaltungstechnischen Niveau einer Vorabendsoap im ZDF und kann durchweg als Beleidigung gesehen werden...

...eine Beleidigung für das Publikum das diesem Mist ertragen muss

...eine Beleidigung für alle schwarzen Menschen, deren soziale Misstände negiert werden

...eine Beleidigung für Meryl Streep, die keinen Oscar für ihre großartige Performance in JULIE & JULIA bekommen hat.

Zusammengefasst: Ungenießbarer Instant-Bullshit aus der Oscardose


1/10 Oscars zu viel

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