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CRAZY HEART


Regie: Scott Cooper
Darsteller: Jeff Bridges, Colin Farrel, Maggie Gyllenhall
Buch: Scott Cooper, Thomas Cobb

Wir erleben Bad Blake [Jeff Bridges] abgehalftert und sturzbetrunken auf einem Konzert, in dem er trotz seines bedenklichen Zustandes zu musikalischer Höchstform aufläuft. Spätestens als er mitten im Lied die Bühne verlässt und sich im Hinterhof hinter der Bühne in einen Mülleimer übergibt und unter Schmerzschreien zusammenbricht, wird klar, dass die einstige Countrylegende viel von ihrem Glanz verloren hat.

Ich war die Hälfte meiner Karriere betrunken. [Zitat]

Wer nun ein moraliserendes Lehrstück erwartet liegt zum Glück falsch, denn THE CRAZY HEART [→Trailer] zeichnet ein sehr präzises Bild des Musikers Blake und gibt einen tiefen Einblick in das, was seine Welt im inneren zusammenhält, respektive zerreisst. Die Bekanntschaft mit seinem ehemaligen Schüler Tommy [brilliant: Collin Farrell], das Interview und die Beziehung mit Kate [Maggy Gyllenhall] und sein musikalischer Hoffnungschimmer werden in diesem Film nicht episodisch abgehandelt, wie in diesem Genre sonst so üblich, sondern THE CRAZY HEART fügt sich zu einem runden und intensiven Kinoerlebnis zusammen. Hier wird keine Lebensgeschichte erzählt, sondern ein Blick in Blakes Mikrokosmos gewährt.

Ich habe in meinem Leben schon so viel verloren gehen lassen. [Zitat]

Der Film wurden von Robert Duvall [der auch in einer sehr gelungenen Nebenrolle als Barkeeper zu sehen ist] produziert, Jeff Bridges erhielt zurecht den Oscar für die Rolle des Bad und überzeugt auf ganze Linie, besonders wenn man in Betracht zieht, dass er sämtliche Songs in dem Film selbst singt. Der oscarprämierte Soundtrack ist schlichtweg mitreißend und rundet den Film zu einer sehenswerten Perle ab. Problematische Themen wie Alkoholismus, Existenzängste und Antriebslosigkeit werden gelungen thematisiert, verkommen aber wie oben bereits erwähnt niemals zum Instrument eines Moralstücks. CRAZY HEART ist ein sehr unterhaltsamer, tief unter die Haut gehender Geheimtipp, der einem zwei sehr gelungene Kinostunden gönnt.


9/10 Mitgesummten Countryschnulzen

Ein Highlight 2010: Dieser einzigartige Film wurde in die Jahresliste der gelungensten Filme 2010 aufgenommen!

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