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BROOKLYN'S FINEST


Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawk, Wesley Snipes, Ellen Barkin
Buch: Michael C. Martin

Regisseur Antoine Fuqua hat schon mit TRAINING DAY einen gelungenen US-Copfilm abgeliefert und man hätte zu diesem Zeitpunkt [2001] auch vermuten können, dass man nach diesem Werk dem Genre des Polizeifilms nicht mehr viel abgewinnen könnte. Die Tradition großer Copstreifen reicht weit in die Filmgeschichte hinein. Sei es die brilliante Darbietung Al Pacinos in der Rolle des Cops SERPICO im gleichnamigen Film, der gelungene Genrebeitrag COPLAND von James Magold oder jüngst Martin Scorsesses INFERNAL AFFAIRS-Remake THE DEPARTED, egal in welche Epoche man blickt, man findet viele schwerkalibrige Meisterwerke, gegen die es sich nicht leicht behaupten lässt. Kann BROOKLYN'S FINEST in solch einer Liga mitspielen?

Es geht nicht um "richtig" oder "falsch" [Zitat]

Nach eher plumpen aber zugegebenermassen auch unterhaltsamen Streifen wie THE SHOOTER, KING ARTHUR oder [dem wirklich grausigen] TRÄNEN DER SONNE überrascht Antoine Fuqua's BROOKLYN'S FINES mit einer starken Geschichte und detailiert gezeichneten Charakteren. Das [einzig] Negative gleich vorweg: Leider hat der Film nicht wirklich etwas Neues zu sagen, im Gegenteil, es fühlt sich an wie eine Art "Best of" der gelungensten Genrefilme. Dass sich DAS GESETZ DER STRASSE dennoch vom Cop-jagt-Gangster-Einheitsbrei abheben kann, ist der Aufteilung in mehrere kleine Episoden zu verdanken, die einen kaleidoskopartigen Blick auf die Polizeiarbeit auf den Strassen Brooklyns gewähren, dabei jeweils sehr mitreissend inszeniert sind und in einem spannenden Höhepunkt verschmelzen. Richard Genres Darbietung als erfolgloser Cop vor dem Ruhestand ist sehr intensiv, aber auch Ethan Hawke als vom Gewissen geplagter Familienvater, der verzweifelt Geld zu unterschlagen versucht, kann auf ganzer Linie überzeugen, allerdings stiehlt Don Cheadle allen Beiden die Show. Seine Geschichte vom Undercover-cop, welcher von seinem Job aufgefressen wird, kann locker mit DiCaprios Variante aus THE DEPARTED mithalten, wenn er sie nicht sogar an aufgebrachter Energie überbietet. BROOKLYNS FINEST überzeugt durch seine Vielseitigkeit und seine herausragenden Schauspieler, die bis in die Nebenrollen exzellent ausgewählt wurden [endlich mal wieder auf der großen Leinwand: Ellen Barkin und Wesley Snipes]. Bis auf die Prämisse, dass alle dieser Geschichten im Prinzip schon einmal erzählt worden sind, handelt es sich hier um einen empfehlenswerten Schauspielerfilm, der zwei Stunden intensive Unterhaltung bietet. In diesem Falle gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.


8/10 korrupten Cops

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