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DAS LEUCHTEN DER STILLE


Regie: Lasse Hallström
Buch: Jamie Linden
Darsteller: Amanda Seyfried, Channing Tatum, Richard Jenkins

Gene Hackman hat einst über das filmische Werk Eric Rohmers gesagt, dass sein Schaffen in etwa so spannend sei, wie Farbe beim Trocknen zusehen. Ob das auf Rohmer zutreffen möge, will ich an dieser Stelle nicht erläutern, aber eines ist klar: DAS LEUCHTEN DER STILLE erfüllt diesen hohen cineastischen Anspruch auf ganzer Linie.

"Schmalz" meets "Propaganda"

Das einzig positive an diesem zu Tode gesülzten Schmachtfetzen ist die herausragende Performance von Richard Jenkins in der Rolle des autisitschen Vaters, der Rest soll doch bitte in die ewigen Jagdgründe des Hollywood-Anrührbreis eingehen. Was ist nur los mit dem ehemals kreativen Regisseur Lasse Halström? Einst konnte er mit wirklich überzeugenden Literaturverfilmungen überzeugen [GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG, IRGENDWO IN IOWAH] doch spätestens seit der Kostümschmonzette CASANOVA kann man seinen Namen nicht mehr wirklich mit hoher Qualität in Verbindung bringen. Hauptdarsteller Channing Tatum ist ein Genie - nämlich darin sich zwei Stunden lang mit demselben steifen Gesichtsausdruck durch hölzerne Dialoge durchzustottern und TWILIGHT-Besen Amanda Seyfried trägt den Film leider auch nicht in höhere Sphären.

Was ist los mit dir, Lasse?

Das Problem fängt schon beim Drehbuch an, basierend auf einem Roman von Nicholas Sparks [MESSAGE IN A BOTTLE, THE NOTEBOOK], werden sämtliche interessante Aspekte wie "Heimweh", "räumliche Distanz in einer Beziehung" oder das Leiden des autistischen Vaters nur am Rande angeschnitten. Stattdessen erleben wir zwei Stunden lang die unpässliche Chemie zwischen dem Leinwandpaar Seyfried/Tatum, von Knistern kann hier beim besten Wille nicht die Rede sein. Der nervtötende Konflikt zwischen erfüllter Liebe und patriotischer Pflichterfüllung für das Vaterland geben diesem Machwerk eine fast schon propagandeske Note. Der Film bietet nicht einmal ausreichend sentimentalen Kitsch um wenigstens auf der niedersten Ebene des Kinos zu funktionieren. Hallström hat mit diesem lauwarmen Geplätscher eindeutig seinen Tiefpunkt ereeicht.


2/10 Schnarchnasen

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