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GENTLEMEN BRONCOS


Regie: Jared Hess
Darsteller: Michael Angarano, Sam Rockwell, John Baker, Jennifer Coolidge
Buch: Jared Hess, Jerusha Hess

Es sind die hoffnungslosen Nerds, die Jared Hess an sein Herz gewachsen sind. Schon NAPOLEON DYNAMITE erzählt die Geschichte eines menschlichen Kuriosums, welche in einer Welt angesiedelt ist, die ausschliesslich von hoffnungslosen Nerds bevölkert wird. Genau genommen muss man sich sogar fragen, ob er überhaupt eine Geschichte erzählt oder im Lebowkski'schen Sinne "einfach nur" [bewusst in Klammern gesetzt] das Portrait eines schrägen Kopfes darstellt - schräg im Sinne der Raumverzerrung eines schwarzen Loches. Wie dem auch sei, mit NACHO LIBRE setze Hess diese Tradition fort und lies Jack Black in den Ring der Kuriositäten steigen. Ganz ohne Kritik kam er dabei aber nicht weg, man warf ihm vor, den schrägen Humor seines Erstlingswerkes mit Kalkül zu kopieren um seinen [damalas bahnbrechenden] Erfolg noch einmal zu übertreffen. Ob dies tatsächlich der Fall war/ist muss jeder selbst urteilen, Fakt ist, dass beide Werke einen unwiderstehlichen, aber auch unfassbar dämlichen Charme verströmen.

Nach 42 Filmminuten immer noch keine Antwort in Sicht...


GENTLEMEN BRONCOS folgt diesem Trend in Jared Hess' Filmographie und widmet sich einer zugleich interessanten aber auch schrägen Subkultur: Den Autoren von Trash-Science-Fiction-Romanen. Im Ansatz überzeugt Hess mit einer interessanten Story über einen jungen Autor, dessen Werk plagiiert und gleichzeitig durch eine trashige Verfilmung total zerstört wird. Anstatt den Fokus auf diesen interessanten Aspekt zu legen, nerven die aufgesetzten schrägen Charaktere, allen voran der übertrieben nerdig gespielte Regisseur des Sci-Fi-Trashepos. An anderen Stellen vermag der Film zu überzeugen, wenn z.B. Sam Rockwell im paralell erzählten Plot des Buches ausserirdische Zyklopen in einem [nach Douglas Adams-Prinzip] epochalen Feuerwerk bekämpft.

Von Goldbarren vergewaltigt...

So wechslen sich die unterschiedlichsten Gefühle beim Genuss der GENTLEMEN BRONCOS ab: Man will den Film einerseits für seine liebevoll-trashige Umsetzung lieben, verflucht aber auf der anderen Seite die aufgesetzten schrägen Elemente. Etwas authentischer und weniger abgelutscht in der Charakterdarstellung der Nebenfiguren und die BRONCOS hätten den Kinozuschauer tatsächlich zum Pangalaktischen Donnergurgler im Restaurant am anderen Ende des Universums einladen können, so reicht es allerdings höchstens für die bizarren Verse eines Vogonendichters.


5/10 Deep Thoughts

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