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KICK-ASS


Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Aaron Johnson, Garrett M. Brown, Clark Duke, Nicolas Cage
Buch: Jane Goldman und Matthew Vaughn

Mit einer geradezu avantgardesken Note überrascht eine Szene von KICK-ASS, in der ein kleines süßes Mädchen dem großen bösen Buben die Beine absäbelt. Wie schon in den verstörenden Klassikern EIN KIND ZU TÖTEN oder VILLAGE OF THE DAMNED bedient sich KICK-ASS dem kontrastierenden Auftritt jugendlicher Darsteller in der Rolle erwachsen agierender Protagonisten und löst auf diese Weise unbehagliche Verstörung beim Publikum aus. Überhaupt ist KICK-ASS ein Film, der den Zuschauer zur Reflektion über die gegenwärtigen Medien anregt.

Heldentaten auf Myspace und Facebook.

Youtube, Myspace, Livestream und Iphone-Applications sind omnipräsent in diesem auf den ersten Blick massenwirksam in Szene gesetzen Feuerwerk. Interessant wie solch ein Film Zeuge seiner Zeit sein kann und auch nur in der Zeit seiner Entstehung als Bestandsaufnahme der Popkultur funktioniert. Man stelle sich vor, man könnte sich heute mit einem Menschen unterhalten, der den Film in 20 Jahren zum ersten Mal sehen wird. Ein ähnlicher Effekt wie gegenwärtig den Film 2001 - A SPACE ODYSSEE zu erleben. Damals hatte Kubricks Vision einer heute längst vergangenen Zukunft gänzlich unterschiedliche Ansätze wie das, was heute stattfindet [Alleine der Gedanke, einen Röhrenmonitor in einem Raumschiff vorzufinden, löst heute bestenfalls ein charmantes Schmunzeln aus]. Doch zurück zu Kick-Ass: Abgesehen vom Spiel mit den gegenwärtigen Medien hat Matthew Vaughn [Layer Cake] eben KEINEN Film für das [ganz] große Publikum inszeniert. So ist sein Film über die Maße blutrünstig und schockt immer wieder mit Splattereffekten, die man so in diesem Film nicht erwartet hätte. Es scheint als wolle man sichergehen, dass keiner den Film mit Robert Rodruigez' Kinderagenten-Klamauk SPY KIDS verwechsle oder in auch nur ansatzweise damit in Verbindung bringen würde.

Big Daddy is watching you!


Der süffisante Auftritt von Ich-spiele-alles-Schauspieler Nicholas Cage ist sehr unterhaltsam, teilweise fühlt man sich an seine gelungene Kurzperfomance im Fake-Trailer zu WERWOLVEWOMEN OF THE SS erinnert. Zwischen den üblichen Highschool-Pupertäts-Klischees, die zeitweise den Flair des ersten Spiderman von Sam Raimi aufklingen lassen, haben wir es hier mit einem Film zu tun, der voll von berstender Action und einigen amüsanten Ideen ist. Sowohl dramaturgisch als auch handwerklich ist KICK-ASS bei weitem kein Meisterwerk, aber in allen Belangen ist er doch mehr als nur solide. KICK-ASS ist ein typisches Beispiel dafür, wie ein Hype, der künstlich im Internet ausgelöst wird, dem Endergebnis durch hoch geschürte Erwartungen eher schadet, als dass er dem Film zu großem Erfolg verhilft.


7/10 Gangstern in der Mikrowelle

Kommentare:

  1. Da freu ich mich jetzt schon drauf :)
    trotz nur 7 Sterne

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  2. und wenn die kleine HIT-GIRL alles nieder metzelt was ihr in die quere kommt, geht dir das Herz auf! Eine Wucht!

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