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THE PRIVATE LIVES OF PIPPA LEE


Regie: Rebecca Miller
Darsteller: Robin Wright Penn, Julianne Moore, Alan Arkin, Monica Belluci, Winona Ryder, Keanu Reeves
Buch: Rebecca Miller

Die Fassade trügt, das locker leichte Leben der amerikanischen Wohlstandsgesellschaft will nicht recht zu Pippa Lee [Robin Wright Penn] passen. Überhaupt verbirgt sich hinter allen Charakteren aus Rebecca Millers Romanverfilmung THE PRIVATE LIVES OF PIPPA LEE mehr als der erste Blick vermuten lässt.

Eine Tragödie auf den zweiten Blick.

Wie aus einem Woody Allen Film gegriffen wird hier die amerikanische Oberklasse seziert und feinfühlig analysiert. Dem Film gelingt es in einer trügbar heiteren Tonalität den Schrecken der gesellschaftlichen Intergration zu schildern. In der Theorie ähnelt die Tragigkomödie somit Woody Allens MATCH POINT, aber in der Praxis wendet er gänzliche unterschiedliche Mechanismen an. Dem Einen mag die sanfte Satire etwas zu soft geraten sein, ein Anderer findet im exzellenten Schauspiel aller beteiligten Protagonisten eine süffisante Society-Orgie.

Ein stiller und leiser Blick hinter die Kulissen.

Ob nun Alan Arkin in der Rolle des Verlegers Herb Lee, Julianne Moore als freigeistige Liebhaberin oder Maria Bello in der Rolle der neurotischen und tablettensüchtigen Mutter, man weiß nicht wo man anfangen soll die Besetzung zu loben. THE PRIVATE LIVES OF PIPPA LEE überzeugt durch seine beiläufige und unprätentiöse Art, sicherlich bleibt der Film somit Objekt einer sehr kleinen Zielgruppe, wer aber z.B. Woody Allens EHEMÄNNER UND EHEFRAUEN oder Ingmar Bergmanns SZENEN EINER EHE etwas abgewinne konnte, dürfte hier ein kleines Juwel vorfinden.


8/10 schlafwandelnden Opfern der Gesellschaft.
Anmerkung: Der Film ist in England auf DVD erschienen, der deutsche Kinostart ist zum 1.7.2010 angesetzt worden.

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