.

127 HOURS


Regie: Danny Boyle
Buch: Simon Beaufoy, Danny Boyle
Darsteller: James Franco, Treat Williams, Amber Tamblyn, Kate Mara

Danny Boyle hat den Zuschauer im Kinosessel schon in ein großes Spektrum unterschiedlichster Universen katapultiert. Sei es der Mikrokosmos des englischen Drogenmillieus [TRAINSPOTTING], der Makrokosmos der britischen Gesellschaft nach einer Invasion von Untoten [28 DAYS LATER] oder sogar in den weiten Kosmos selbst [SUNSHINE]. Es ist schön zu sehen, dass sich Boyle bei jedem seiner Filme einem ganz neuen Experiment stellt und sich nach seinem oscarprämierten SLUMDOG MILLIONAIRE nicht auf schnöden Lorbeeren ausruht.

Eine wahre Geschichte

127 HOURS, sein neuester Film, ist eine erstaunlich gelassene und warmherzige Nacherzählung des Schicksals von Aron Ralston, einem Abenteuer der im Jahre 2003 sage und schreibe 127 Stunden [!] in einem Felsspalt gefangen war. Erfrischend ist hierbei, dass der Film in diesem Szenario den Fokus nicht auf den üblichen nihilistischen Verlust von Hoffnung setzt, sondern vielmehr davon berichtet, wie sehr ein Mensch an seinem Leben hängen kann. In diesem Sinne ist 127 HOUR eine Ode an die Hoffnung und eine Geschichte von einem mitreissendem Überlebenskampf.

Der Wille zum Überleben

Boyle erhält die Interesse der Zuschauer dadurch, dass er die Figur von Ralston in Rückblenden und Traumsequenzen mit Leben füllt. Unter der Berücksichtigung, dass [fast] der gesamte Film durch seinen wahren Hintergrund lokal sehr eingeschränkt ist, entstehen keine nennswerten erzählerischen Längen. James Franco erweist sich hier als gelungene Besetzung für die Figur des sympathischen Adrenalinjunkies Ralston. Zuweilen nervt zwar der für den "hippen" Dokumentarstil beliebte Einsatz von Splitscreens, dies ist aber so ziemlich der einzige formale Makel, den man in Boyles energiegeladenen Projekt feststellen kann. 127 HOURS hat lange Nachwirkungen auf den Zuschauer, denn so drastisch das Gesehene in seinen Details auch gewesen sein mag, so motivierend sind die letzten Bilder mit denen uns der Film in die weite Welt entlässt.


8/10 Dosen Mountain Dew

1 Kommentar:

  1. Als Kulisse eine Felsspalte, und ein Darsteller der gezwungener maßen auf einer Stelle steht. Hätte nie gedacht daß das geht! Sehr spannend und "fesselnd" das Ganze.

    AntwortenLöschen