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BLACK SWAN


Regie: Darren Aronovsky
Buch: Andres Heinz, Mark Heyman
Darsteller: Natalie Portman, Barbara Hershey, Mila Kunis, Vincent Cassel, Winona Ryder

Ehrgeiz kann einen Menschen vernichten - getreu diesem Motto beobachtet der Film BLACK SWAN die Ballerina Nina bei ihrer Vorbereitung für die Hauptrolle in SCHWANENSEE. Der große künstlerische Druck setzt in Nina finstere Kräfte frei und droht ihre Persönlichkeit gänzlich zu verschlingen. Natürlich ist BLACK SWAN kein biederer Tanzfilm, sondern stimmt gleich zu Beginn einen sehr unheilvollen Ton an und präsentiert sich als kraftvoller [Horror-]Thriller.

Ein eleganter Tanz in die Finsternis

Schon in Dario Argentos SUSPRIRIA war eine Balletschule der Hort des Bösen. Dort waren es Hexen, welche junge Tänzerinnen in den Wahnsinn [bzw. in den Tod] trieben, in Darren Aronovskys BLACK SWAN wird das Böse hingegen nur angedeutet, nimmt aber dennoch keinen geringeren Stellenwert ein. Der wachsende Ehrgeiz der Protagonistin manifestiert sich zunehmends und steigert sich bis zum absoluten Wahnsinn. BLACK SWAN haucht den Geist eines klassischen, kühlen Thrillers, wie ihn etwa John Schlesinger [MARATHON MAN] oder Roman Polanski [ROSEMARIES BABY] hätte drehen können - Aronovsky [PI, REQUIEM FOR A DREAM, THE WRESTLER] fügt seinem stellenweise fast schon surrealen Werk noch eine Prise Horror hinzu und hebt sich durch seine feinfühlige Beobachtungsgabe von den Genrekonventionen ab. Die wahre Spannung bezieht der Film aus der Ambivalenz in der Figur von Natalie Portman, welche vom weissen Schwan zum titelgebenden BLACK SWAN mutiert. Gewalt und sexuelle Fantasien sind hier kein Tabu - aus diesen Motiven bezieht der Film viel von seiner visuellen und erzählerischen Kraft.

Schwarz oder Weiss?

Natalie Portman spielt in BLACK SWAN die Rolle ihres Lebens, sie gibt sich zerbrechlich und dominant zugleich, ein Kontrast, dessen Wucht den gesamten Film trägt. Die Arbeit von Kameramann Mathew Libatique hüllt den Film in sehr düstere und zugleich ästhetische Bilder, die sichtbar von Argentos Horrorklassiker inspiriert wirken. Auch der nervenzerrende Soundtrack von Aronovskys Stammkomponisten Clint Mansell trägt einen großen Teil zur gelungenen Atmosphäre bei. BLACK SWAN sprengt die Grenzen zwischen Wahnsinn und Realität und mündet in einem gelungenen, hochemotionalen Finale. Aronovskys neuster Streich ist ein starker Thriller, der im sekundentakt zwischen Schrecken und Schöhneit wechselt - absolut mitreissend!


9/10 dämonischen Primaballerinas


Zur Black Edition: Die Bluray, DVD und der Soundtrack kommen in einem Schuber mit Wechselmotiv [Ohne FSK-Symbol], im Schuber befindet sich eine gewöhnliche DVD-Hülle [Mit FSK-Aufdruck] mit drei Halterungen.

Technik: Das Bild der Bluray wirkt sehr körnig, was aber ein bewusstes Stilmittel ist, denn BLACK SWAN wurde mit einer 16mm-Kamera gedreht. Schwarzwert und Schärfe sind völlig in Ordnung, aufgrund des starken "Korn-Effekts" entsteht allerdings kein "HD-Feeling" sondern vielmehr ein klassicher Film-Look. Der Originalton lieg als sehr dynamische DTS-HD-Master-Audiospur vor, während die Deutsche Synchronfassung lediglich 5.1 kodiert wurde [dennoch überzeugt der Ton dieser Fassung].

Das Bonusmaterial bietet einige interessante Einblicke in die Entstehung des Filmes, zahlreiche Interviews mit Darsteller, Regisseur etc. runden diese Kollektion ab. Der Black Edition liegt noch der überzeugende Soundtrack von Clint Mansell bei, der regulär 16,99 € kostet. Alleine dieser Bonus rechtfertigt schon den Kauf dieser Special Edition. Die DVD kann man getrost vergessen, aufgrund der starken Körnung ist die Kompression völlig überfordert und hinterlässt üble Artefakte [Aus dem Medium "DVD" kann man mehr herausholen!]

Fazit: Eine DVD-Hülle mit Schuber ist nun wirklich kein Sammlerstück, allerdings überzeugt diese Ausgabe durch seinen erlesenen Inhalt [Bonusmaterial+Soundtrack], Die DVD ist aufgrund der katastrophalen Kompression völlig mißlungen.


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