.

THE SOCIAL NETWORK


Regie: David Fincher
Darsteller: Jesse Eisenberg, Justin Timberlake, Andrew Garfield, Joseph Mazzello
Buch: Aaron Sorkin

Schon im Vorfeld sprach man von David Finchers Film als "DER PATE einer neuen Computergeneration". Kann der Film über die Erfolgsgeschichte des Internetphänmens "Facebook" diesen hohen Anspruch einlösen? Zunächst muss man Eines feststellen: THE SOCIAL NETWORK ist keine Glorifizierung des Mythos "Mark Zuckerberg", sondern wirft einen sehr differenzierten Blick hinter die Geschehnisse der Schöpfung eines gigantischen Massenphänomens. Letztenendes bezieht der Film keine Stellung und Fincher [SIEBEN, FIGHT CLUB, DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON] wagt es nicht ein urteilendes Fazit aus der Geschichte zu ziehen, man kann es ihm sogar sehr hoch anrechnen, dass die Figuren seines Filmes fast durchweg als Unsympathen dargestellt werden.

Der Drang nach Vernetzung


Dramaturgisch kämpft der Film etwas um sich die vollen 120 Minuten über Wasser zu halten. Es gelingt David Fincher zwar ein [fast] spannendes Shakespeare-artiges Drama über Liebe und Erfolg zu knüpfen, aber die Geschichte die dahinter steht wirkt zuweilen etwas künstlich aufgeblasen. Trotzdem ist THE SOCIAL NETWORK der erste gelungene Startup-Film der nächsten Generation [nach einigen sehr kruden und geradezu haarsträubenden Versuchen - man denke nur an die Bill Gates-Parodie STARTUP.COM mit Tim Robbins]. Gerade zu Beginn zeichnet der Film das gelungene Bild einer Generation, die sich nach Vernetzung sehnt und wie fortschreitend eine Art Leben in einem Netzwerk stattfindet. Ob das gezeigte nun den Tatsachen entspricht oder nicht, kann man weder nachvollziehen, noch ist es für den Zuschauer von größerer Relevanz, denn das Lebensgefühl der Generation "Web 2.0" wird hier sehr schön wiedergegeben und die Erfolgsgeschichte "Facebook" kann hier auch als eine Art Metapher für die Macht des Internets verstanden werden.

Das Portrait einer ganzen Generation

Besonders Justin Timberlake [ALPHA DOG] überzeugt in der Rolle des schmierigen NAPSTER-Gründers Sean Parker, der sich an den "Großen" rächen will, während Jesse Eisenberg [ZOMBIELAND] eine gelungene Darstellung des Facebook-Erfinders Mark Zuckerbergs gibt. Der wahre Star des Filmes ist aber der geniale Soundtrack von Trent Reznor [von der Band NINE INCH NAILS]. Seine Musik findet die perfekte Kombination aus synthetischen Klängen und klassischen Melodien. David Finchers Biografie kann überzeugen, weil er trotz seiner ambivalenten Figuren stets einen objektiven Blick auf das Geschehen behält und somit diesem Thema komplett gerecht wird.


8/10 Freunden bei Facebook

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen