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TRON: LEGACY


Regie: Joseph Kosinski
Drehbuch: Steven Lisberger
Darsteller: Jeff Bridges, Garret Hedlund, Bruce Boyleitner, Olivia Wilde, Cillian Murphy

TRON aus dem Jahre 1982 galt seinerzeit als visionärer Schritt in der Filmgeschichte: Erstmals wurde dem Zuschauer ein Einblick in eine sogenannte "Virtuelle Realität" geboten und ebenso war es die Premiere computergenerierter Welten im Medium Film. Steven Lisbergers Film überzeugte durch seine leichtfüßigen Anspielungen auf die Welt der Computer und ist auch heute noch ein unterhaltsamer Film, der einen gewissen angestaubten Charme besitzt. Jean Girard alias Möbius war für den größten Teil der Designarbeiten von TRON zuständig, was sich maßgeblich auf die gelungene visuelle Komponente des Filmes auswirkte.

Willkommen in der neuen Welt


TRON LEGACY erzählt die Geschichte von Sam Flynn, dem Sohn der Hauptfigur aus TRON [gespielt von Jeff Bridges]. Nach einer kurzen und storymäßig mehr als dürftigen Einleitung findet sich Sam in der Computerwelt von TRON wieder und eine wilde Flucht aus dem digitalen Reich beginnt. Das Große Problem von TRON LEGACY ist seine absolut unglaubwürdige Sci-Fi-Welt: Hinter dem perfekten Design und den großartigen Effekten ergibt Nichts einen Sinn, Alles scheint nur zu existieren um gut auszusehen, es geht nur um die Zelebrierung einer perfekt ausgeklügelten Cyber-Ästhetik. Die Geschichte des Filmes passt auf eine kleine Serviette und bietet kaum bis gar keine Überraschungen - wirklich schade - denn die Actionsequenzen sind [besonders in 3D/HD] atemberaubend und verleiten dazu über die vielen Unzulänglichkeiten des Filmes hinwegzusehen. Sämtliche interessanten Komponenten welche die Geschichte bieten würde, werden hier aussen vor gelassen. Der Film spielt zwar im Inneren eines Computers, hierzu gibt es aber absolut keine Verknüpfung, TRON: LEGACY könnte ebenso gut in der Matrix oder im Wunderland spielen. Die Charaktere in TRON: LEGEACY durchlaufen überhaupt keine Entwicklung und bleiben völlig flach, so fängt Sam unmittelbar nach seiner Ankunft in der digitalen Welt an zu kämpfen, eine Herausforderung scheint das für ihn nicht wirklich darzustellen.

Tron: Legacy: Banal aber Schön

Bei all der lauten Kritik muss man dennoch die phänomenale Optik des Filmes betonen, besonders auf Bluray werden die Augen von den tollen Bildern und der hervorragend choreografieren Optik förmlich betäubt. Der brilliante Soundtrack von DAFT PUNKT schafft es digitale Kläge mit einem Hauch 80er Feeling und modernen Beats zu kombinieren und bringt die Action buchstäblich zum puslieren. Kurz gesagt: TRON LEGACY ist plottechnisch völlig unkreativ und banal, zugleich aber ein audiovisuelles Feuerwerk welches jedes [Heim-]Kino zum Explodieren bringt. Die perfekte Referenz-Bluray, ernsthafte Sci-Fi Unterhaltung gibt es woanders!


4/10 Schicken Latexoveralls

PS: Die von TRON inspirierte Kampagne der Zeitschrift PLAYBOY ist wesentlich sehenswerter als dieser Film.

Kommentare:

  1. joa, hab zu dem film vor kurzem ja auch was geschrieben...optisch ansprechend, aber ansonsten käse... ;)

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  2. Die Kritik ist sicher nicht ganz falsch, was mich etwas verwundert ist die Gewichtung zwischen Effekte/Optik und Story. Diese Gewichtung sollte von Genre zu Genre unterschiedlich sein und somit vermute ich, dass der Rezensent einen anspruchsvollen SciFi Film erwartet hat und nicht einen SciFi-Actionfilm mit einem Schwerpunkt auf den Effekten. Dies wiederum scheint daran zu liegen, dass der Kritiker den Klassiker Tron nicht gesehen hat, denn dieser war auch recht dürftig bei der Story. Ein weiteres Indiz dafür ist die kurze und inhaltlich mehr als dürftige Einleitung zum Klassiker Tron, in der sogar angedeutet wird, dass er der erste Film mit computergenerierten Bilder gewesen wäre. Diese wurden aber vorab schon in dem Film Futureworld (1977) mit Peter Fonda genutzt. Somit gebe ich für Tron Legacy 6/10 aus der Hüfte geschossenen Rezensionen.

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  3. @Cinechamp
    TRON LEGACY bekommt von mir 4/10, WEIL ich die optik des filmes positiv hinzurechne, ohne diesen bonus würde der film bei mir gnadenlos durchfallen!

    den originalen tron habe ich übrigens durchaus gesehen und es war der erste film mit computergenerierten WELTEN [ich schrieb nichts von bildern!] FUTUREWORLD zeigte durchaus computergenerierte bilder (welche übrigens durch handzeichnungen unterstützt wurden) aber in TRON bewegte sich zum ersten mal eine reale figur durch KOMPLETT computergenerierte und auch animierte hintergründe.

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  4. @chris: du warst schneller, mist!

    @cinechamp: ich muss dem rezensent recht geben, tron war definitiv der pionier in sachen kombination von ausschliesslich animierten computergeneriertem und realen filmmaterial.
    das original floppte seinerzeit weil er das publikum scheinbar überforderte, mit dieser fortsetzung versuchte man wohl dies zu vermeiden....
    schrecklicher film, bei mir haben nicht mal die guten effekte gereicht mich zu besänftigen, ich gebe dem machwerk 2/10 möglich verdummungspunkten!

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  5. @all
    wie dem auch sei, ich will hier keine streit vom zaun brechen - ich denke aus meiner kritik lässt sich ganz gut ablesen, dass man durch die gelungene audiovisuelle komponente ganz gut unterhalten werden kann (daher passt auch je nach sichtweise eine 6/10), oder man kann sich eben nicht auf die banale story einlassen (dann von mir aus auch eine harsche 1/10)

    den originalen tron müsste ich mir mal wieder anschauen, ich habe ihn relativ gelungen in erinnerung, dies liegt aber auch an einigen schönen anspielungen auf die computerwelt (z.b. die herumfliegenden bits/bytes oder die existenz von viren etc.) das fehlte in dieser fortsetzung eben...

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  6. @chris
    ich habe auch nicht geschrieben, dass du geschrieben hättest, dass es der erste Film mit computergenerierten Bildern gewesen wäre. Mir ist der Unterschied im Umfang der computergenerierten Effekte der beiden Filme schon bewußt, aber der gewählte Begriff "Welten" ist mir etwas weit gefasst, so dass ich fälschlicherweise angenommen hatte, dass Dir der Unterschied nicht bewußt ist. Aber der eigentlich Kritikpunkt ist für mich auch eher die Gewichtung, denn wenn ein Actionfilm u.a. mit "phänomenale Optik", "hervorragend choreografierte Optik", "brilliante Soundtrack" und "audiovisuelles Feuerwerk" beschrieben wird und dann am Ende 4/10 Punkte erhält, ist das für mich nicht ganz nachvollziehbar. Aber da unterscheiden sich wohl unsere Bewertungskriterien für einen SciFi-Actionfilm. Unabhängig davon sehe ich auch reichlich Schwächen in dem Film und halte den Klassiker für besser.

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  7. @cinechamp
    klar, ob es jetzt 4/10 oder 6/10 sind liegt letztenende auch im auge des betrachters.
    beides nachvollziehbar und angemessen. für mich lag er eben durch die defizite leicht unter dem durchschnitt, audiovisuelle perfektion reicht mir eben nicht um über die "magischen" 5/10 zu rutschen...
    trotzdem kein mieser film!
    vielleicht bespreche ich demnächst mal das original :)

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  9. An sich fand ich den Film ganz gelungen. Zwar war er inhaltlich murks aber das optische und die Musikuntermalung hat ihn irgendwie letzten Endes dennoch rausgehieft. Das Original hab ich noch nicht gesehen, aber ich vermute, dass die technische Innovation damals um einiges schwerer wog. Banal aber schön trifft hier wirklich den Nagel auf den Kopf.

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