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I SAW THE DEVIL


Regie: Kim Jee-woon
Drehbuch:
Park Hoon-Jung
Darsteller: Choi Min-Sik, Lee Byung-hun, Jeon Gook-hwan, Cheon Ho-jin

Kyung-chul ermordet junge Frauen mit einer sicheren Routine als wäre es eine Sportart für ihn. Nachdem die Verlobote des Polizisten Soo-hyeon ebenfalls von ihm entführt, misshandelt und anschließend grausam getötet wird, beginnt eine schweißtreibende Hetzjagd auf den Psychopathen. Es vergeht nicht viel Zeit bis Soo-hyeon den Täter ausfindig machen kann, allerdings beginnt I SAW THE DEVIL erst dort richtig, wo "gewöhnliche" Filme dieser Art eigentlich enden, denn der erfahrene Agent will den Mörder seiner Velobten nicht einfach der Polizei überlassen...

Rache ist keine Erlösung

Regisseur Kim Jee-woon ist so etwas wie das Flagschiff des koreanischen Kinos. Auf sein Konto gehen international anerkannte Filme wie THE TALE OF TWO SISTERS, A BITTERSWEET LIFE oder THE GOOD, THE BAD, THE WEIRD. Sein neuester Film ist im Gegensatz zu seinen Vorgängerwerken weitaus direkter und schnörkelloser. Die teilweise herausragend schön fotografierten Bilder formen einen sehr starken Kontrast zu der harten und schonungslosen Gewalt die in I SAW THE DEVIL gezeigt wird. Der Film hätte sicher ebenso gut funktioniert, wenn man nicht jede Grausamkeit in akribisch konstruierten Bildern gezeigt hätte, etwas mehr Suggestion hätte man dem Zuschauer an dieser Stelle schon zutrauen können. Abgesehen von diesem unnötigen Makel [welches sicher den ein oder anderen "Gorehound" auf den Film aufmerksam machen wird] ist I SAW THE DEVIL trotz seiner beachtlichen Länge von 142 Minuten eine einzige adrenalingeladene Verfolgungsjagd ohne Atempause mit einigen sehr grotesken Szenen [Stichwort "Abendbrot"]. Der Spannungsbogen ist wirklich großartig und vermag den Zuschauer fassungslos hinter die Mattscheibe zu fesseln.

Ein schauspielerisches Feuerwerk

Oldboy-Mime Choi Min-Sik meistert seinen Part als Psychopathen mit Bravour und auch Lee Byung-hun weiss die Rolle des Polizisten sowohl mit psychischer als auch physischer Leinwandpräsenz auszufüllen. I SAW THE DEVIL ist ein perfekt inszenierter und nervenzerreissender Serienkiller-Thriller dem es zwar etwas an Finesse mangelt, dies aber mit pausenlosem Thrill wieder wett machen kann. Hätte man den Fokus etwas weniger auf die knochenbrechende Gewalt gerichtet, wäre I SAW THE DEVIL womöglich ein Meisterwerk geworden. Die ausufernden Gewaltexzesse bereiteten dem Film schon im Vorfeld große Probleme, so musste der Film in seinem Heimatland Korea mehrere Male umgeschnitten werden um überhaupt einen Kinostart zu erhalten. In Deutschland ist der Film in der regulären FSK 18-Fassung um mehrere Minuten gekürzt worden, lediglich die sogenannte "Black-Edition" beinhaltet den Film in seiner ungekürzten internationalen Schnittfassung.

Letztlich handelt es sich bei I SAW THE DEVIL um einen sehr guten, spannenden, wenn auch nicht sonderlich subtilen Film der härteren Gangart. Eine Art MANIAC auf koreanisch.

Bild: Das plastische Bild überzeugt durch großartige Schärfe und einen sehr guten Schwarzwert. Jedes Detail wird exakt wiedergegeben. So muss eine Bluray aussehen!

Ton: Die deutsche und koreanische Audiospur liegen jeweils in DTS-HD 5.1 vor und geben das Geschehen sehr kraftvoll wieder. Die Musik klingt sehr räumlich und die gesprochenen Dialoge sind auch im hektischen Geschehen sehr klar verständlich.

Extras: Diverse TV-Spots, Interviews und ein Making of geben einen Einblick in den Dreh von I SAW THE DEVIL


8/10 Leichen im Keller

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