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SPURLOS - Die Entführung der Alice Creed


Regie: J Blakeson
Buch: J Blakeson
Darsteller: Martin Compston, Eddie Marsan, Emma Arterton

Zwei Männer [Martin Compston, Eddie Marsan] bereiten ein Zimmer in akribischer Handarbeit auf die Durchführung ihres genau durchdachten Plans vor, sie installieren Vorhängeschlösser, befestigen Lärmdämmung an den Wänden und schrauben Möbelstücke fest an den Boden. In den nächsten Minuten beginnt die Entführung einer jungen Frau [Emma Arterton], welche die nächsten Tage gegen ihren Willen in diesen Räumlichkeiten Verbringen wird.

Ein wendungsreicher Thriller beginnt


THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED ist eine sehr "straighter" Film, so klar strukturiert, man könne meinen es handle sich um ein Theaterstück, gerade wenn man betrachtet, dass der Handlungsort fast komplett auf diesen einen Handlungsort beschränkt ist. Die drei Schauspieler [Opfer+ zwei Entführer] meistern dieses Kammerspiel mit perfekt gespielter Anspannung und einer glaubwürdigen Dynamik innerhalb der Gruppe mit einer sich ständig ändernden Konstellation. Die sich Beziehungen der Charaktere bietet sehr viel Spannungspotential und bilden das dramaturgische Zentrum dieses Films. Die Mechanismen der Entführung selbst stehen dabei völlig im Hintergrund, so finden Verhandlungsgespräche mit dem Vater des Opfers stets abseits der Kamera statt, eine Verfolgunsjagd oder Schusswechsel mit der Polizei sucht man ebenso vergebens. Regisseur J Blakeson inszeniert sein Debütfilm ohne auch nur den Anflug eines Durchhängers aufzuweisen, was wie ein gewöhnlicher Kidnappingthriller beginnt, mutiert rasch zum spannenden Katz- und Mausspiel, dessen Wendungen wirklich überraschen.

Klassisch und Handgemacht


THE DISAPPEARANCE OF ALICE CREED ist ein sehr klassisches Stück Kino: Minimaler Schauplatzwechsel, wenige Schauspieler und keine komplizierten Erklärungen [Eine Vorgeschichte wird hier fast komplett ausgeklammert]. Das Ergebniss dieser Formel ist ein hochspannender, minimalistischer und erstaunlich gut durchdachter Genrefilm.

Bild: Die Bildqualität überzeugt durch einen hohen Detailgrad und einer überzeugenden Schärfe, lediglich der Schwarzwert erreicht nicht ganz das gewünschte Niveau. Insgesamt ist das Bild der Bluray dem Medium aber durchaus würdig und der Griff zur HD-Version lohnt sich.

Ton: Die hier besprochene Bluray von Ascot Elite punktet durch einen sehr räumlichen DTS-HD-Master-Soundtrack, sowohl im englischen Original, als auch in der deutschen Synchronfassung. Im Original wirkt die Geschichte aufgrund des englischen Dialekts noch etwas atmosphärischer.

Extras: Diverse Trailer, Making Of, Deleted Scenes, ein Audiokommentar und Storyboardvergleich. Das Bonusmaterial lässt keine Wünsche offen.


8/10 unerwarteten Wendungen

1 Kommentar:

  1. Hört sich sehr gut an. Muss mir den Film wohl doch mal anschauen. Zumal wenn er nur auf diesen kleinen Raum begrenzt ist. Hört sich an wie ein ernst zu nehmender "44 Inch Chest" mit Spannung und guten Wendungen.

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