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13 ASSASSINS


Regie: Takashi Miike
Buch: Daisuke Tengan
Darsteller: Kôji Yakusho, Takayuki Yamada, Yûsuke Iseya, Gorô Inagaki

Takashi Miike, cineastisches Enfant Terrible und Massenfilmer zugleich, präsentiert mit 13 ASSASSINS seine Version des gleichnamigen Samurai-Klassikers von Eichi Kudo aus dem Jahre 1963. Kudos Film musste sich seinerzeit den Vorwurf gefallen lassen, eine Kopie von Kurosawas DIE SIEBEN SAMURA zu sein. Ein Vorwurf der nicht wirklich begründet scheint, denn wo Kurosawa auf eine ausführliche Einführung seiner Charaktere setzt, war Kudos Samurai-Epos vielmehr ein Schwertkampf-Fest, das sich mehr auf die Schauwerte seiner Kampfkünste konzentrierte.



Miikes Variante aus dem Jahre 2011 treibt diesen Ansatz stellenweise auf die Spitze: Die Erste Hälfte des Filmes zieht sich teilweise quälend dahin wie Kaugummi, auf eine ausführliche Einführung der 13 Samurai wird leider verzichtet, stattdessen werden wir immer wieder daran erinnert was für ein böser Bube der fiese Samuraifürst doch ist. Hier verpasst der Film die Möglichkeit eine echte Bindung an die [vom Ansatz interessant konzipierten] Samurai zu schaffen. Dieser kleine Durchhänger sei Takashi Miike allerdings verziehen, denn das grandiose Actionfeuerwerk, welches er in der zweiten Hälfte zündet, entschädigt für einige Momente der Langweweile. Glaubwürdige(!) Schwertkämpfe von gnadenloser Härte, toll gemachte Massenkämpfe und brilliante Kampfstrategien machen 13 ASSASSINS zum absoluten Hochgenuss für jeden Freund gut gemachter Actionfilme.



Eine Straffung der Exposition, bzw. eine Einführung der Charaktere hätten Miikes Actionoper zwar noch etwas optimiert, aber so handelt es sich eben um einen ungeschliffenen Rohdiamenten, der nach einem zähen Einstieg mit einer wahren Blutfontäne überzeugt. Das Remake und das Original sind qualitativ in etwa gleich zu bewerten, während das Original durch einen ruhigeren, eher nostaligischen Samurai-Film-Charme zu überzeugen weiss, bombadiert uns Takashi Miike im Remake mit einer ungleich härteren Version. Der eine Film hat Herz, der andere Blut.


7/10 brennenden Ochsen

Ascot Elite bringt das Original von Eichi Kudo auf einer gut gemasterten DVD, während Miikes Remake sowohl auf DVD als auch auf Bluray mit tollem Bild veröffentlicht wird. Hier sei die Originalfassung mit Untertitel empfohlen, denn die deutsche Synchronfassung raubt dem Action-Exoten Einiges an Atmosphäre.

P.S.: Dank dem Hinweis von Samploo musste ich leider auch feststellen, dass die dt. Bluray und DVD des Remakes auf einer um 16 Minuten (!) gekürzten Fassung basieren. Nachzulesen im ausführlichen Schnittbericht bei Schnittberichte.com. Vielen Dank noch einmal für den wichtigen Hinweis!

Trailer zum Remake [2011]


Trailer zum Original [1963]

Kommentare:

  1. Ich kam bisher noch nicht dazu mir den Film anzusehen. Ich wuerde mir ja sofort die BD zulegen, aber ich find's einfach ungemein schade, dass wir hier nur diese internationale, gekuerzte Fassung serviert bekommen. Diese ist ja stattliche 16 Minuten kuerzer. Ich hoffe einfach, dass irgendwann nochmal eine Uncutfassung den deutschen bzw westlichen Markt erreicht.

    Zum Verweis hier der Schnittbericht:
    schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=212290

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  2. @samploo huch, danke für den hinweis - dieser umstand ist mir völlig entgangen. das ist natürlich schwach, 16 minuten sind schon beachtlich...
    werde das in der besprechung ergänzen!

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