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SUPER 8


Regie: J.J. Abrahams
Produktion: Steven Spielberg, J. J. Abrams, Bryan Burk
Darsteller: Kyle Chandler, Noah Emmerich, Elle Fanning, Ron Eladard

Es gibt Filme die den Zuschauer in eine Zeitmaschine setzen und in eine andere Zeit katapultieren. Solch ein Film ist J.J. Abraham's SUPER 8, von einer geradezu anachronistischen Machart spart das spannende Sci-Fi-Märchen an digitalen Effekten und fesselt vielmehr durch eine dichte Atmosphäre und den ehrlichen Charme eines Abenteuerfilmes aus den 80er Jahren. Eine Gruppe Teenager ist dabei ihren eigenen Horrorfilm zu drehen und filmt währenddessen zufällig einen monströsen Unfall, den das Militär vor der Öffentlichkeit geheim halten will.



Was nun genau auf das titelgebende 8mm-Material gebannt wurde, behält der Film erfreulich lange für sich und schürt große Erwartungen, die am Ende sogar eingelöst werden können. Das Tolle an Super 8 sind weder die guten Effekte noch das eindrucksvolle "Geheimnis". Grund für das Gelingen des magischen Spektakels liegt allein in der Darstellung der Teenager, aus deren Wahrnehmung wir den Verlauf der Handlung erleben. Man kann Abrahams zwar vorwerfen, er verwende die Handschrift Spielbergs allzu offensichtlich, aber gerade dieses Stilmittel lässt den Film wie eine gut gemachte Mischung aus E.T. und STAND BY ME wirken.



Im Gegensatz zu hohlen Blockbustern wie den TRANFORMERS zeigt man hier eine gewisse Ehrfurcht vor dem Kino und erzählt tatsächlich eine [stellenweise durchaus "magische"] Geschichte welche man mit den Figuren [mit-]erlebt. SUPER 8 ist ein Film wie eine nostalgischer Zeitreise ins eigene Kinderzimmer, ein Film den man gerne mit den Augen eines Kindes sieht: Mit dem Geruch von Popcorn in der Nase begibt man sich mit diesen Kids auf eine abenteuerliche Achterbahnfahrt, welche zwei Stunden Kinosessel-wärmen wie im Fluge vergehen lässt.


8/10 nostalgischen Popcorntüten


STOLEN LIVES


Regie: Anders Andersen
Buch: Glenn Taranto
Darsteller: Jon Hamm, Josh Lukas, James Van Der Beek, Rhona Mitra

Wenn ein geliebter Mensch spurlos verschwindet, ist es auch nach Jahren schwer mit der Trauerarbeit zu beginnen - genau davon handelt STOLEN LIVES [mit dem recht sinnfreien deutschen Zusatztitel "Tödliche Augenblicke" - ein Gruß an den schlafenden Texter] Vor acht Jahren verschwand der Sohn des Detectives Tom Adkins, ein ungeklärtes Verbrechen welches nicht nur die Ehe des Polizisten auf eine harte Probe stellt. Als eines Tages die Leiche eines kleinen Jungen ausgegraben wird, konfrontiert dies den Ermittler mit dem Verschwinden seines eigenen Sohnes, zwar ist die Leiche schon über 50 Jahre begraben, dennoch existieren einige unübersehbare Parallelen zu dem persönlichen Fall vor acht Jahren.



Mit Jon Hamm aus MAD MEN und SUCKER PUNCH hat Regieneuling Anders Andersen eine gute Wahl für die Hauptrolle getroffen, die Charakterentwicklung von der anfänglichen Ablehnung des Todes bis hin zur Akzeptanz im Finale ist jede einzelne Nuance aus dem Gesicht des Polizisten abzulesen, aber auch der Rest der Besetzung, Josh Lukas und James Van Der Beek, blühen förmlich in ihren Rollen auf. Handwerklich bewegt sich STOLEN LIVES auf sehr hohem Niveau, so überzeugt insbesondere der Schnitt durch kreative Übergänge zwischen den verschiedenen Handlungszeiten.



Die Geschichte ist ungemein spannend, leider wird dem Zuschauer schon im letzten Drittel die Identität des Mörders verraten, während der Detective bis zum Schluss im Dunklen tappt. Dieser dramaturgisch unnötige Schnitzer hätte nicht sein müssen, denn so wurde der Geschichte leider ein schweisstreibendes Finale verwehrt. Was bleibt ist ein starker Dialog zum Schluss mit einer unbefriedigenden Feststellung, welche vielleicht im Gesamtbild eines schrecklichen Verbrechens wie diesem, schon wieder Konsequent ist. Trotz einiger dramaturgischer Schwächen ist STOLEN LIVES ein gut inszenierter und großartig gespielter Krimi im Stile Clint Eastwood's DER FREMDE SOHN. Ein Tipp für jeden Krimifreund!


7/10 ungelösten Kriminalfällen

Trailer zu STOLEN LIVES