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DIE HAUT IN DER ICH WOHNE

Regie: Pedro Almodóvar
Produktion: August Almodóvar
Darsteller: Antonio Banders, Elena Anaya, Marisa Peredes, Jan Cornet

Pedro Almodovar's neuer Streich konfrontiert zunächst mit einer recht grotesken Personenkonstellation: Es scheint als ob der Chirurg Robert Ledgart [Antonio Banderas] eine Gefangene in seiner Klinik festhält - durch verschachtelte Rückblenden und Wendungen schafft es der Film allerdings sämtliche Erwartungen des Zuschauers auf den Kopf zu stellen. Vermutet man am Anfang noch einen dialoglastigen Kunstfilm, so mutiert DIE HAUT IN DER ICH WOHNE ab der Mitte zum völlig abgefahrenen und grotesken Thriller mit interessanten Body-Horror-Elementen.



Die gesamte Inszenierung ist stark vom Horrorklassiker EYES WITHOUT A FACE [Les yeux sans visage von George Franju] inspiriert, daher wollte Almodovar seinen Film zunächst auch in Schwarz-Weiss ohne Ton inszenieren. Antonio Banderas liefert in der Rolle des akribisch-besessenen Arztes womöglich die Rolle seines Lebens ab, man nimmt ihm seine Figur wirklich in jeder Sekunde ab, überhaupt weiss auch die gesamte Besetzung zu überzeugen.



Ohne zuviel zu verraten sollte man betonen, dass in der augenscheinlich grausamen [und tendenziell perversen] Geschichte eine subtile Auseinandersetzung mit dem Thema Körpermetarmophose und Geschlechteridentifikation schlummert. Auch erzählerisch löst DIE HAUT IN DER ICH WOHNE eine geradezu hypnotische Faszination aus, denn nach der verstörenden Wendung in der Mitte des Filmes erstrahlt der gesamte Beginn in einem völlig neuen Licht. Sicher kein Film für jedermann, dennoch eine glänzende Perle des spanischen Kinos!